Titelthema | 28.10.2016

Süßer die Kassen nie klingeln

Wie Anleger mit Zertifikaten vom weihnachtlichen Shoppingboom profitieren könnten

Die umsatzstärkste Jahreszeit im Handel hat begonnen. Wer frühzeitig auf ein gutes Weihnachtsgeschäft setzt, kann mit Zertifikaten auf ausgewählte Aktien profitieren. Bereits im Spätsommer, als die Sonne schien und wohl noch niemand an die so kurz bevorstehende dunkle und nasskalte Jahreszeit denken wollte, lagen sie schon wieder in den Regalen der Supermärkte: Lebkuchen, Zimtsterne und Spekulatius als schmackhafte Insignien der Adventszeit.

Dekoration zum Weihnachtsgeschäft

Die wichtigsten Wochen für den Einzelhandel.

Hierzulande läutet der Einzelhandel traditionell im September die Vorweihnachtszeit ein, wenn die letzten Bundesbürger aus den Sommerferien gekommen sind. Für viele Händler ist es der Startschuss für die wichtigsten Wochen des Jahres. Fast ein Fünftel ihres Jahresumsatzes erwirtschaften sie allein in den Monaten November und Dezember. Denn Weihnachten ist nicht nur das Fest der Sinne, sondern auch des Konsums.

Kommunikativ.

Jeder vierte Bundesbürger plante 2015 ein Smartphone zu verschenken.

ZUVERSICHT IM HANDEL

Das Umfeld für gute Geschäfte präsentiert sich zwischen Flensburg und Garmisch vielversprechend. Die Wirtschaft wächst, zugleich sank die Arbeitslosenquote auf ein 25-Jahres-Tief. Nach einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 1100 Handelsunternehmen im Oktober befand sich die Geschäftslage in der Branche im Oktober auf einem Fünf-Jahres-Hoch. Mit Blick auf die positiven Rahmenbedingungen hob der HDE seine Umsatzprognose zum Konsum in diesem Jahr um einen halben Prozentpunkt auf plus 2,5 Prozent im Vergleich zu 2015 an. „Die Branche ist mit dem bisherigen Jahresverlauf zufrieden. Die Handelsunternehmen beurteilen ihre Lage auf breiter Front positiv“, bringt es HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth auf den Punkt.

Der vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK zuletzt für die 28 EU-Staaten veröffentlichte Konsumklimaindex gab zwischen Ende Juni und Ende September wegen der anhaltenden politischen Unsicherheiten von 13,1 auf 12,3 Punkte nach. Jedoch bewegt sich die Einkommenserwartung trotz eines Nachgebens um sieben Punkte mit 52,6 Zählern nach wie vor auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau, das auf steigende Einkommen und zunehmende Beschäftigungszahlen hoffen lässt.

BONUS-ZERTIFIKATE MIT CAP

BONUS-ZERTIFIKATE MIT CAP

  

PROFITABLER DEZEMBER

Vor diesem Hintergrund dürften die Ausgaben für Geschenke zum Fest der Liebe mindestens den Stand des vergangenen Jahres erreichen, als sich die Bundesbürger in Spendierlaune zeigten und so viel in gute Gaben investierten wie nur einmal im zurückliegenden Jahrzehnt. Auf 266 Euro pro Kopf bzw. 18,1 Milliarden Euro insgesamt beziffert eine Studie von Ernst & Young das durchschnittliche Geschenkebudget in diesem Jahr.

Wer auf ein gutes Weihnachtsgeschäft setzt, holt sich mit entsprechenden Anlagen möglicherweise ein aussichtsreiches Gewinnpotenzial ins Depot – zumal der Dezember statistisch gesehen ohnehin der beste Börsenmonat des Jahres ist. Auswertungen von Ned Davis Research zufolge stand in den vergangenen 114 Jahren Ende Dezember zu 72 Prozent ein Pluszeichen. Auch gemessen an der durchschnittlichen Aktien-Performance von 1,5 Prozent ist er mit der beste Monat.

Hinzu kommt: Sollten zu Heiligabend keine Gewinne unterm Weihnachtsbaum liegen, kann eine mögliche Jahresendrallye für Freude sorgen. Nach Angaben von Index-Radar stieg der Dax seit 1970 in 80 Prozent der Jahre zwischen dem 19. Dezember und dem 7. Januar um durchschnittlich fast vier Prozent. In besonders ertragreichen Jahren konnte der Aufschwung gar bis zu zwölf Prozent betragen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche jährliche Rendite von Dax-Aktien lag während der vergangenen 40 Jahre bei rund sieben Prozent.

E-COMMERCE BOOMT

Schon 2015 bestellte jeder zweite Deutsche mindestens ein Weihnachtsgeschenk im Internet. Bezogen auf das ganze Jahr orderten europaweit insgesamt 253 Millionen Menschen für rund 189 Milliarden Euro Waren im Netz – eine Steigerung um neun Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Diese Tendenz dürfte sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Der HDE taxiert den Umsatz der Online-Einzelhändler in diesem Jahr auf 44 Milliarden Euro – elf Prozent mehr als 2015. Allein das Weihnachtsgeschäft trägt etwa ein Viertel zum Jahresumsatz der E-Commerce-Branche bei.

WEIHNACHTSUMSÄTZE IM INTERNET IN DEUTSCHLAND BIS 2015

WEIHNACHTSUMSÄTZE IM INTERNET IN DEUTSCHLAND BIS 2015

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Das dürfte Internetunternehmen wie Amazon beflügeln. Der weltgrößte Online-Einzelhändler leitete vor 21 Jahren die Revolution des Einkaufswagens ein und verneunfachte in diesem Jahr zwischen April und Juni seinen Gewinn auf 857 Millionen Dollar – nach 92 Millionen im Vorjahreszeitraum. Große Pläne hat das Unternehmen von Tech-Milliardär Jeff Bezos mit der B2B-Sparte, die Gerüchten zufolge noch vor Weihnachten auch in Deutschland eingeführt werden soll. Erst kürzlich gab es die Meldung, dass Amazon bis 2018 im Geschäftskundenbereich zum Marktführer avancieren will. Das Business brummt: Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft in den USA will man 120 000 zusätzliche Aushilfen engagieren – ein Fünftel mehr als 2015.

GIGANTISCHE GEWINNE

Auch aufgrund zunehmenden Online-Konsums zählen Smartphones und Tablets rund um die Welt zu den beliebtesten Geschenken. Jeder Vierte wollte 2015 ein Smartphone verschenken. Besonders begehrt sind nach wie vor Produkte von Apple. Der Branchenriese hat allein im dritten Quartal einen Gewinn von umgerechnet sieben Milliarden Euro bei einem Umsatz von umgerechnet 38,3 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einer Gewinnspanne von 18,4 Prozent entspricht. Die Krise beim Weltmarktführer Samsung durch brennende Akkus spielt den Kaliforniern in die Karten. So sagt der taiwanische Branchenbeobachter Fubon Research voraus, dass sich die im September erschienenen iPhones bis zum Jahresende rund 82 Millionen Mal verkaufen werden. Gut möglich, dass sie dazu genutzt werden, das Weihnachtsgeschäft zu beflügeln – 2015 wurden alleine in Deutschland Umsätze von 4,4 Milliarden Euro per Smartphone oder Tablet generiert.

 

Chart Apple

 

Derweil erhöht Apple seine Präsenz im Reich der Mitte, dem zweitwichtigsten Markt nach den USA. Zur besseren Durchdringung der Region, zu der neben China auch Macao, Taiwan und Hongkong zählen, soll in der Stadt Shenzhen ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen. Für die nahe Hongkong gelegene Stadt hat man sich entschieden, weil diese Metropole besonders dynamisch sei. Laut Plan soll das Zentrum 2017 in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig baut der Tech-Gigant das schon in Peking bestehende Entwicklungscenter weiter aus.

MIT RABATT INVESTIEREN

Vorsichtige Anleger, die in Aktien wie die von Apple investieren möchten, finden bei X-markets ein breites Angebot an Discount-Zertifikaten. Dank des Einstiegs zum niedrigeren Kurs bergen diese Papiere auch bei stagnierenden oder leicht sinkenden Kursen attraktive Ertragschancen. Der besondere Charme: Solange die Aktie zum Laufzeitende nicht stärker gefallen ist als der Preisabschlag, dürfen sich Anleger über Gewinne freuen. Fällt die Aktie, leidet auch das Discount-Zertifikat, aber der Verlust ist stets geringer als bei einem Direkt­investment.

Das Discount-Zertifikat auf die Apple-Aktie (WKN DL6REJ) veranschaulicht die Funktionsweise. Mitte Oktober kauften Anleger mit diesem Papier die zu diesem Zeitpunkt 117 Dollar teure Apple-Aktie mit einem Abschlag von rund 15 Prozent zum Preis von umgerechnet 100 Dollar. Zum Ende der Laufzeit am 13. Dezember kommenden Jahres sind als Höchstbetrag, im Fachjargon Cap genannt, 110 Dollar möglich. Der maximale Gewinn eines Anlegers beträgt demnach zehn Dollar, entsprechend einer Rendite von zehn Prozent pro Jahr. Der kleine Wermutstropfen: Steigt der Kurs der Apple-Aktie über 110 Dollar, ändert sich daran nichts. Denn der Cap stellt das Niveau dar, bis zu dem Anleger mit dem Discounter maximal an Kurssteigerungen partizipieren.

Dafür münden selbst leicht fallende Notierungen der Apple-Aktie in einem Gewinn für die Inhaber des Discount-Zertifikats. Fällt der Kurs etwa auf 108 Dollar, hat die Aktie zwar fast acht Prozent an Wert eingebüßt, das Zertifikat dagegen wirft acht Prozent Rendite ab.

GROSSE PLÄNE

Zu den typischen Weihnachtsaktien zählt auch Metro, die mit Media Markt und Saturn gleich zwei Handelshäuser im Portfolio hat, die traditionell besonders vom vorweihnachtlichen Geschäft profitieren. Metro Cash & Carry hält im Sektor Abhol-Großmärkte gar die Pole-Position in Europa. Für Fantasie sorgt auch die 2017 bevorstehende Umstrukturierung von Metro in zwei neue Konzerne. Vorstandschef Olaf Koch will den Handelsriesen – bereits abgesegnet vom Aufsichtsrat – in den Groß- und Lebensmitteleinzelhandel auf der einen und das Geschäft mit Unterhaltungselektronik auf der anderen Seite aufspalten. Das Kalkül: Schon im nächsten Jahr sollen zwei jeweils börsennotierte unabhängige Handelsgruppen entstehen, die sich im scharfen Wettbewerb besser behaupten können.

 

Chart Metro

 

Um am Potenzial der Metro AG zu partizipieren, könnten Bonus-Zertifikate ein vielverprechender Weg sein, denn sie bieten Renditechancen in verschiedenen Marktphasen. Bei ihnen winkt ein Bonusbetrag, wenn die zugrunde liegende Aktie während der Laufzeit zu keinem Zeitpunkt eine vorab festgelegte Schwelle berührt oder unterschreitet. Andernfalls wird nur der Wert des Basiswerts am Laufzeitende ausgezahlt.

Bonus-Zertifikate geben dem Investor somit die Möglichkeit, von steigenden Kursen zu profitieren, gleichzeitig aber auch bei Seitwärtsbewegungen oder gar leicht sinkenden Kursen noch einen Gewinn zu erwirtschaften.

Das Bonus-Zertifikat mit Cap auf die Metro AG skizziert dieses Prinzip: Unterschreitet oder touchiert der Kurs der Aktie des Handelsriesen bis zum Ende der Laufzeit am 16. Juni nächsten Jahres niemals die Barriere von 19,00 Euro, erhalten Anleger eine Rückzahlung von 32,00 Euro. Bezogen auf den Preis des Zertifikats, der zuletzt bei 29,85 Euro lag, entspricht dies einer annualisierten Rendite von 10,6 Prozent. Diese kann selbst dann erzielt werden, wenn der Kurs der Metro-Aktie, die zum Zeitpunkt dieser Berechnung 27,15 Euro kostete, bis zum Laufzeitende auf knapp über der Barriere von 19,00 Euro notiert.

Luxustasche

Hochwertige Lederwaren sind ein beliebtes Weihnachtspräsent.

ANZIEHENDE GESCHENKE

Kleidung und Schuhe liegen am häufigsten unterm Weihnachtsbaum. Zu diesem Ergebnis führte eine Analyse der Weihnachts-Einkaufstrends 2015, die von den Marktforschern von YouGov erstellt wurde. Demnach schenkte mehr als jeder Vierte der 11 000 Befragten Mode und Schuhe, gefolgt von Pflege- und Kosmetikprodukten.

Gute Voraussetzungen beispielsweise für die schwäbische Modemarke Hugo Boss, nach mehreren Gewinnwarnungen wieder zurück auf einen stabilen Wachstumspfad zu finden. Zumal das Management unter dem neuen Vorstandschef Mark Langer nach einer zu schnellen und teuren Expansion Gegenmaßnahmen wie Filialschließungen und die Neuverhandlung von Mieten ergriffen hat. Analysten setzen daher bei den Metzingern auf eine Trendwende bei den Gewinnmargen. Zum Imagewandel beitragen dürfte zudem die Tatsache, dass das Luxuslabel Hugo Boss seit Kurzem offiziell die königlichen Fußballer von Real Madrid ausstattet.

Geht es um Luxus, darf auch LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton, kurz LVMH, nicht fehlen. Mit Mehrheitsrechten an mehr als 60 Edelmarken, die rund um den Globus in circa 3860 Geschäften vertrieben werden, sind die Franzosen der weltweite Branchenführer in der Luxusgüterindustrie. Jüngste Portfolio-Ergänzung ist der deutsche Kofferhersteller Rimowa, der Anfang Oktober den Weg unter das Konzerndach fand.

 

Chart LVMH

 

Trotz eines Touristenschwunds im Heimatland konnte LVMH den Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres um vier Prozent auf 263 Milliarden Euro steigern. Im dritten Quartal beschleunigte sich das Wachstum sogar überraschend. Grund war das Geschäft in Asien, wo der Konzern eine deutliche Verbesserung der Umsätze verzeichnete. Unter den LVMH-Produkten favorisierten Edel-Shopper besonders Mode- und Lederwaren. Das Management um Vorstandschef und Mehrheitseigentümer Bernard Arnault geht auch von einem weiteren Wachstum auf dem nordamerikanischen Markt und in Europa aus. Die Deutsche-Bank-Analysten sahen zuletzt ihre Erwartungen übertroffen und raten zum Kauf der Aktie.

Auch für Anleger, die auf LVMH setzen möchten, könnten sich Bonus-Zertifikate wie das mit der WKN DL286F als geeignet erweisen. Die Funktionsweise entspricht im Prinzip dem weiter oben vorgestellten Produkt auf Apple, der Bonusbetrag beträgt in diesem Fall jedoch 160,00 Euro.

Pakete von Zalando

Der Versandhändler will sein Sortiment immens ausweiten.

AMBITIONIERTE ZIELE

Zalando gilt als größter in Deutschland beheimateter Online-Mode-Versandhandel. Mit rund 9,5 Milliarden Euro sind die Berliner deutlich mehr wert als Traditionsunternehmen wie etwa die Lufthansa. Statt wie bisher 150 000 bis 200 000 Artikel will das im MDax notierte Unternehmen künftig fast eine Million Produkte anbieten, kündigte Finanzchef Rubin Ritter im Oktober an. Im ausklingenden Jahr dürfte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf Basis der jüngsten Prognose bis zu 222 Millionen Euro betragen. Zum Vergleich: 2015 hat Zalando, das den Slogan „Schrei vor Glück“ hoffähig machte, mit 108 Millionen Euro weniger als die Hälfte eingenommen.

 

Chart Zalando

 

Ritter hat viel vor. Sein ambitioniertes Ziel: Der Umsatz, der sich in diesem Jahr auf 3,7 Milliarden Euro belaufen dürfte, soll in einigen Jahren die Marke von 20 Milliarden Euro erreichen. Bis dahin könnte Europas größter Online-Modehändler auch im Blue-Chip-Index Dax vertreten sein. „Wir haben das Potenzial“, hofft Ritter. Seit Ende Oktober kann sich der Online-Einzelhändler mit einem berühmten Namen aus der Modewelt schmücken: Die Tessiner Designerin Consuelo Castiglioni, erst kürzlich vom Branchenmagazin „The Business of Fashion“ unter die 500 einflussreichsten Menschen im Modegeschäft gewählt, entwirft eine eigene exklusive Linie für Zalando.

„Ich bin mir sicher, dass wir zum Weihnachtsgeschäft noch mal einen Turbo zünden können“, gab sich Zalando-Vorstand Ritter gegenüber der Nachrichtenagentur dpa optimistisch. Dabei verwies er auf das wachsende Angebot an Mode und Accessoires, mit dem Zalando viele Artikel führe, die sich als Geschenk eignen. Zudem hofft der Online-Versandhändler auf eine rege Kundennachfrage nach Gutscheinen. Nach dem bereits beim Produkt auf Apple beschriebenen Prinzip funktioniert auch das Discount-Zertifikat auf Zalando (WKN DL8LCR).

Discount-Zertifikate Apple & Zalando

Discount-Zertifikate

  

Ob Discout oder Bonus – eine entsprechende Kursentwicklung vorausgesetzt, könnten Anleger mit den vorgestellten Produkten bereits zum nächsten Weihnachtsfest von einer schönen Rendite-Bescherung profitieren und so ihr Geschenke­budget aufbessern.

Chart MOBIL GETÄTIGTE UMSÄTZE ZU WEIHNACHTEN 2015 (IN MRD. EURO)

MOBIL GETÄTIGTE UMSÄTZE ZU WEIHNACHTEN 2015 (IN MRD. EURO)

  


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