Der Gong zur zehnten von zwölf Runden ist ertönt

Weder der Bulle in der einen noch der Bär in der anderen Ecke haben ihrem Gegner in den ersten neun Runden längere Verschnaufpausen gegönnt. Nach einem starken Beginn des Bären und der darauf folgenden Aufholjagd durch den Bullen wechselte die Punkteführung bis zum Ende der sechsten Runde kontinuierlich. Zuletzt konnte sich der Bulle in eine leicht vorteilhafte Position bringen.

Mindestens genauso spannend wie ein Boxkampf war der bisherige Kursverlauf des Dax in diesem Jahr. Innerhalb der ersten sechs Monate dominierten insbesondere rote Zahlen das Börsengeschehen. Nach einem steilen Absturz zu Jahresbeginn konnten sich die Kurse zwar erholen, eine spürbare Dynamik entfaltete sich jedoch nicht. Immerhin gelang dem Dax im April der erneute Sprung über die 10 000-Punkte-Marke. Bis in den Juni hinein pendelte das deutsche Börsenbarometer mal oberhalb und mal unterhalb dieser Marke. Schließlich ließ das unerwartete Brexit-Votum die Kurse am deutschen Aktienmarkt abermals in den Keller rauschen.

Für und Wider

Mittlerweile liegt der für viele überraschende Entscheid aus Großbritannien eine gefühlte Ewigkeit zurück. Die internationalen Finanzmärkte haben sich wieder normalisiert, viele Aktienbörsen konnten seit Anfang Juli sogar deutlich zulegen. Vor allem die US-Konjunktur sorgte als wesentlicher Treiber für Rückenwind. Aber auch die Stabilisierung des Wachstums in vielen Schwellenländern trug ihren Teil für eine insgesamt positive Grundstimmung bei.

Nachdem zahlreiche Volkswirte in den vergangenen Monaten ihre Prognosen für das globale Wachstum zusehends gesenkt haben, erhoffen sich Investoren zumindest eine Konjunkturbelebung in Japan. Ein solcher Aufwärtstrend hätte nicht nur eine aufhellende Wirkung für die Weltwirtschaft insgesamt, sondern würde gleichzeitig die Perspektiven für den Dax verbessern. Schließlich sind gerade im deutschen Leitindex stark konjunkturabhängige Branchen wie Automobil, Halbleiter und Chemie deutlich stärker vertreten als in vielen anderen Länderindizes.

Weihnachtsrally

Und so werden vielerorts insbesondere für das vierte Quartal Gewinnsteigerungen erwartet, denn die Weihnachtsrally, auch als „Santa Claus Rally“ bekannt, steht schon wieder vor der Tür. Es ist jedoch Vorsicht angebracht, denn der Begriff „Weihnachtsrally“ bezeichnet eigentlich nur einen äußerst engen Zeitraum, nämlich die letzten fünf Handelstage im Dezember und die ersten beiden Handelstage im Januar. Dennoch wird das Synonym, das zumindest in den Köpfen der Anleger ein positives Momentum verspricht, häufig für das komplette letzte Jahresquartal verwendet.

Dies könnte auch auf die Theorie zurückgeführt werden, dass sich Anleger im Schlussquartal für den Januar-Effekt positionieren, also auf steigende Kurse zu Jahresbeginn setzen. Darüber hinaus verkaufen Investoren traditionell bis dato schlecht gelaufene Aktien zum Jahresende, um Verluste zu realisieren, die dann mit Gewinnen gegengerechnet werden. So kann die Steuerbelastung gemindert werden, um zu Jahresbeginn dann erneut einen Großteil des Geldes neu zu investieren.

DAX

Wesentlicher Erfolgsfaktor

Langfristig orientierte Anleger sollten sich jedenfalls nicht zu sehr von außerbörslichen Themen irritieren lassen, sondern eine wohlüberlegte Anlagestrategie verfolgen. Die Historie hat gezeigt, dass das notwendige Durchhaltevermögen grundsätzlich einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellt. Auch wenn Wahlen, Abstimmungen und andere politische Begebenheiten zum Teil enorme Reaktionen an den Finanzmärkten hervorrufen, ist die Dauer einer Krise zumeist überschaubar.

Entspannt investieren

Für langfristig handelnde Anleger, die von einem positiv verlaufenden deutschen Aktienmarkt ausgehen und einen Preisabschlag eingebaut wissen möchten, könnte daher ein Discount-Zertifikat auf den Dax interessant sein. Denn der Discount ermöglicht auf diese Weise, dass das Verlustpotenzial geringer ausfällt als bei einer Direktanlage. Im Gegenzug ist der Anleger jedoch in seiner Partizipation an der Entwicklung des Dax bis zu einem vordefinierten Höchstbetrag, dem Cap, begrenzt. Daher richten sich Discount-Zertifikate vor allem an Anleger, die von moderat steigenden Kursen ausgehen. Diese Wertpapiere bieten die Möglichkeit, selbst in stagnierenden oder leicht fallenden Märkten noch eine Rendite zu erzielen.

Gut gerüstet für den Jahresendverlauf des Dax kann sich der langfristige Anleger nun also zurücklehnen. Dennoch dürfte es spannend werden, welcher der beiden Kontrahenten, der Bulle oder der Bär (siehe dazu auch die charttechnische Dax-Analyse auf Seite 21), beim Schlussgong am Jahresende die Oberhand behält.

DAX-Chartanalyse

Dax Discount-Zertifikate

WKN Discount

Cap [Punkte]

Höchstbetrag Seitwärtsrendite p.a. Laufzeit Kurs
DL5TC1 24,69 % 8400,00 84,00 EUR 2,42 % 28.06.19 78,65 EUR
DL0N6J 11,02 % 10 500,00 105,00 EUR 5,35 % 28.12.18 92,94 EUR
DL3XPA 13,58 % 9500,00 95,00 EUR 4,55 % 15.12.17 89,81 EUR
DL269T 5,16 % 10 950,00 109,50EUR 5,26 % 22.09.17 98,58 EUR
Stand 20.09.2016 Quelle: Deutsche Bank AG

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