Aufwärts

Zahlreiche Unternehmen hoben bereits in den ersten neun Monaten an der Börse mit Erfolg ab.

Die Redaktion des X-press-Magazins hat sich jeweils drei Gewinner- und Verlierer-Aktien des bisherigen Jahres 2016 genauer angeschaut. Bei allen sechs Unternehmen bieten sich als Anlagealternative zum Direktinvestment Bonus-Zertifikate an. Denn mit dieser Zertifikat-Struktur können Anleger sogar überdurchschnittlich gewinnen, selbst wenn der Basiswert eine Verschnaufpause einlegt – also seitwärts läuft – oder sogar leicht fällt. Trotz des Mehrwerts an Sicherheit, der Absicherung gegen Kursrückschläge, müssen hierbei keine Gewinnchancen abgeschnitten werden, sodass mit Bonus-Zertifikaten ohne Cap an steigenden Kursen auch unbegrenzt partizipiert werden kann.

Insbesondere dann, wenn sich der Anleger über den weiteren Kursverlauf des Basiswerts unsicher ist, lohnt es sich möglicherweise, das Investment über ein Bonus-Zertifikat zu tätigen. Schließlich können bisher stark performende Werte weiter steigen oder auch zuletzt schwächer verlaufende Aktienkurse aufgrund der Anlegerfantasie oder der Nachrichtenlage den Turnaround finden.

HALBLEITERHERSTELLER IM AUFWIND

Seit der Finanzkrise kennt der Kursverlauf der Infineon-Aktie eigentlich nur eine Richtung. Und diese Richtung erfreute die Anleger unter anderem auch im Jahr 2016. Denn seit dem Jahresstart konnte hier ein Zuwachs von über 14 Prozent (auf Einjahressicht über 53 Prozent) verbucht werden. Infineon gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Halbleiterlösungen. Dennoch reiht sich das Unternehmen mit seinen weltweit rund 35 400 Beschäftigten mittlerweile bei den heißbegehrtesten Übernahmekandidaten ein. Denn aufgrund des besonders hohen Kostendrucks in der Halbleiter-Branche gab es in der Chip-Industrie zuletzt zahlreiche Übernahmen. Ein Ende ist hier noch nicht in Sicht.

Mit einer Übernahme lässt sich schließlich nicht nur der Umsatz steigern, sondern mittels Einsparungen auch der Gewinn hebeln. Durch die derzeit niedrigen Zinsen bieten sich einerseits historisch günstige Finanzierungsoptionen. Andererseits ermöglicht beispielsweise der im Vergleich zum Euro erstarkte Dollar Konzernen aus den USA die Chance, europäische Unternehmen günstig zu akquirieren und damit Wettbewerber zu eliminieren. Vor allem chinesische Unternehmen könnten in diesem Bereich weiterhin besonders aktiv bleiben, weil sie insbesondere durch Übernahmen neue Wachstumsimpulse setzen können.

Neben der Übernahmefantasie glänzt Infineon durch ein starkes operatives Geschäft. Das Ende September ablaufende Geschäftsjahr 2015/2016 scheint Studien zufolge ein Rekordjahr zu werden. Durch die starke Verbindung mit der Autoindustrie – im Autobereich werden immer mehr Chips benötigt – ist der Halbleiterhersteller Infineon für die Zukunft gut gerüstet. Analysten schätzen, dass der Umsatz um zwölf Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zulegen könnte und damit erstmals die Marke von einer Milliarde Euro beim operativen Ergebnis überwunden werden dürfte.

PREISE IN DER TELEKOMMUNIKATION

Anders als die Chipindustrie ist die Telekommunikationsbranche von vielen strukturellen Problemen geprägt. Durch das Stagnieren des Marktes hat sich der Wettbewerb einer Preisschlacht ergeben. Vor allem in Europa sind ehemalige Staatskonzerne in die roten Zahlen geschlittert, so auch der spanische Telekommunikationsanbieter Telefónica.

Aktionäre des verschuldeten Telekommunikationskonzerns hatten darüber hinaus in diesem Jahr gleich zwei Schocks zu verdauen: das Verbot der Europäischen Kommission zum Verkauf der britischen Tochter O2 an den chinesischen Mobilfunkanbieter Hutchison Whampoa im Mai sowie das Votum für den Brexit, der den Aktienkurs aufgrund zunehmender Unsicherheiten im Juni zusätzlich auf Talfahrt schickte. Immerhin hätte der Verkauf von O2 den mit fast 53 Milliarden Euro Schulden (Stand Ende Juni) belasteten Spaniern rund 13 Milliarden Euro in die Kasse gespült. Die Börse quittierte die Gesamtsituation mit einem Rückgang der Aktie seit Jahresstart um 8,89 Prozent. Damit beträgt das Minus seit Ende September 2015 fast 19 Prozent.

Wie groß die Probleme bei Telefónica sind, verdeutlicht der nun eingeschlagene Weg: Seinen über 300 Millionen Kunden möchte der Telekommunikationsriese mehr als nur Internet und Mobilfunk bieten und daher zur Netflix-Alternative werden. Dafür muss der Konzern sein Tafelsilber zu Geld machen. Neben den Vorbereitungen für einen möglichen Verkauf eines Teils von O2-Anteilen an der Börse soll auch ein IPO der Infrastruktur-Tochter Telxius weitere Einnahmen bescheren.

BÖRSENGANG DER ENERGIE-TOCHTER

Auch RWE, die seit Jahresbeginn zweitbeste Aktie im Dax, könnte ihr Potenzial noch nicht vollkommen ausgeschöpft haben. Immerhin notierte das Papier des am Umsatz gemessenen zweitgrößten Energieversorgungskonzerns in Deutschland Ende September mehr als 26 Prozent über dem Wert vom Januar. In der einjährigen Betrachtung liegt der Kurs sogar 40 Prozent vorne.

Laut Finanzvorstand Bernhard Günther hat der Versorger seine Hausaufgaben gemacht und treibt nun seine Pläne zum Börsengang seiner Tochter Innogy voran. Das bedeutet, dass RWE in einem ersten Schritt zunächst über eine Kapitalerhöhung rund zehn Prozent neue Innogy-Aktien ausgeben und damit rund zwei Milliarden Euro erlösen möchte. Zusätzlich beabsichtigt RWE, weitere Anteile aus dem eigenen Portfolio zu platzieren. Insgesamt wird RWE voraussichtlich die Mehrheit an Innogy langfristig halten und von deren Dividende profitieren. Immerhin könnte der Mutterkonzern hier von einer geplanten Ausschüttungsquote seiner Tochter in Höhe von 70 bis 80 Prozent profitieren.

Mit den Erlösen aus dem Börsengang der Tochtergesellschaft könnte RWE seine Verpflichtungen beim Rückbau der Atomkraftwerke bedienen. Ob das in dieser Form auch in die Realität umgesetzt werden kann, ist derzeit noch fraglich. Daher sollten insbesondere Anleger mit kurzfristigen Absichten derzeit ein Auge auf den Titel haben.

RÜCKKEHR DES ZUGPFERDES

Das Aktionärsdasein von Apple war in der jüngsten Vergangenheit sicherlich zum Haareraufen. Der Kurs kletterte seit Ende September 2015 hoch und runter, sodass hier ein ausgesprochenes Durchhaltevermögen gefragt war. Auf Jahressicht mussten Anleger wenigstens nur ein kleines Minus verkraften.

Anders sieht die Betrachtung seit Jahresstart aus. Allein Apples Mitteilung zum Ausverkauf des neuen „iPhone 7 Plus“ verhalf der Aktie im September zu einem neuen Jahreshoch. Entsprechend soll der Techkonzern die Produktion des neuen Smartphones bis Jahresende erhöht haben.

Nach der Übernahme des Kopfhörer-Herstellers Beats Electronics für drei Milliarden Dollar im Jahr 2014 könnte nun vielleicht bald der nächste große Einkauf vor der Tür stehen. Denn laut Medienberichten fokussiert sich Apple in puncto Elektrofahrzeuge inzwischen mehr auf die Basistechnologie für selbstfahrende Autos anstelle des Eigenbaus. Insider gaben Mitte des Jahres bekannt, dass der Konzern sich Fachwissen über Ladestationen für Elektroautos aneigne. Mit Know-how über Bordcomputer und die Verwendung von innovativen Materialien wie Kohlenstofffasern und Aluminium kann der britische Luxusauto-Hersteller McLaren aufwarten. So sollen die Kalifornier besonders am Expertenwissen und den Patenten der Briten, die auch für ihren Formel-1-Rennstall bekannt sind, interessiert sein.

WAPPNEN FÜR DIE ZUKUNFT

Microsoft ist nicht nur der weltgrößte Software­produzent, sondern mit seinem Vorzeigeprodukt Windows auch der führende Hersteller von Computer-Betriebssystemen. Auch die Hardware-Sparte kann sich sehen lassen: Neben Produkten wie der Spielkonsole XBOX oder dem Tablet Surface ist das Dow-Jones-Schwergewicht durch die Übernahme der Handy-Sparte von Nokia zudem zu einem der führenden Smartphone-Hersteller weltweit aufgestiegen.

Auch wenn die Aktie seit Jahresanfang lediglich mit einem Plus von 4,2 Prozent aufwarten kann, so beträgt der Zuwachs seit einem Jahr beinahe 29 Prozent. Aktionäre von Microsoft dürfen sich jedoch nicht nur am Kursverlauf der Aktie erfreuen. Denn der Konzern wird seine Dividendenzahlungen nach eigener Aussage um rund acht Prozent anheben und seine Aktionäre damit an der positiven Geschäftsentwicklung beteiligen. Zuletzt betrug die Quartalsdividende 36 US-Cent. Künftig werden entsprechend 1,56 Dollar jährlich an die Aktionäre ausbezahlt. Das entspricht einer Dividendenrendite von 2,7 Prozent.

Daneben beabsichtigt der IT-Konzern aus Redmond ein neues Aktien-Rückkaufprogramm in Höhe von rund 40 Milliarden Dollar. Die künstliche Verknappung der Aktien führt im Regelfall zu steigenden Kursen. Sicherlich dürfen Microsoft-Aktionäre auch auf die künftigen Ergebnisse im bisher solide laufenden Business-Geschäft gespannt sein. Gerade das Cloud-Sparte könnte hier weiteren Auftrieb verleihen.

FANTASIE DURCH ÜBERNAHME

Seit über zehn Jahren befindet sich Bayer im Umbau. Erst wurde der Pharmabereich verstärkt und dann wurde die Chemiesparte abgespalten. Das zwischenzeitlich wertvollste Unternehmen im Dax musste zuletzt Federn lassen. Seit Januar beträgt der Rückgang der Aktie fast 21 Prozent. Seit dem Werben um den Saatguthersteller Monsanto tendierte der Kurs nach unten. Mit dem Zusammenschluss würde Bayer seine Komfortzone verlassen und ein neues Kapitel in seiner Unternehmensgeschichte aufschlagen. Langfristig könnte Bayer in der Zukunftsbranche eine dominierende Stellung einnehmen und neben der Medikamentenentwicklung ein zweites Standbein aufbauen. Schließlich erhöhen eine wachsende Weltbevölkerung und problematische Umweltbedingungen zwangsläufig die weltweite Nachfrage nach leistungsfähigem Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Der Vorstand der Leverkusener ist jedenfalls überzeugt, die Imageprobleme in den Griff zu bekommen und ein renditestarkes Agrargeschäft aufbauen zu können. Insgesamt würde sich die Wettbewerbsposition durch die Zusammenlegung von Forschung, Produktportfolio und Vertrieb immens verbessern. Für Anleger bedeutet dies aber auch, dass kurzfristig kaum positive Impulse für die Aktienkursentwicklung aus dem Deal zu erwarten sind.

GUTE REISE MIT EINEM BONUS

Wer bei einem der sechs Unternehmen per Bonus-Zertifikat investiert, könnte im Erfolgsfall eine interessante Rendite erwirtschaften. Alle Produkte bieten einen Abstand bis zur Barriere von rund 20 Prozent und mehr (siehe Tabelle oben). Wer mehr über die spannende Produktklasse Bonus-Zertifikate erfahren möchte, dem sei die auf Seite 36 bestellbare kostenfreie Broschüre „Anlage-Zertifikate“ empfohlen.


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