Zertifikat statt Aktie

 

Mit Freude werden die Rückversicherer an das vergangene Jahr denken. Renditen von knapp zehn Prozent erfreuten die Branche, obwohl die Versicherungsprämien seit einigen Jahren rückläufig sind. Große Unglücksfälle wie die Reaktorkatastrophe in Japan 2011 sind ausgeblieben und haben diese Marge ermöglicht. Im laufenden Jahr sind es vor allem Brände, Unwetter und Überschwemmungen, die die Bilanz der Rückversicherer verhageln. So muss die Munich Re für das zweite Quartal 540 Millionen Euro an Kosten aufwenden, 400 Millionen davon sind durch die heftigen kanadischen Waldbrände entstanden. 

NEUE GESCHÄFTSFELDER GESUCHT

Das selbst gesteckte Ziel für dieses Jahr: 2,3 Milliarden Euro Gewinn. Auch wenn die Münchener durch kräftige Gewinne bei Währungsanleihen auf Kurs sind, gilt es, neben den rückläufigen Prämien auch das problematische Niedrigzinsniveau auszugleichen. Die Anleiherenditen sind unter Druck und könnten die Ergebnisse negativ beeinflussen, da ein Großteil des Kapitals der Rückversicherungsgesellschaften in Anleihen investiert wird. In diesem Jahr zählt die Aktie daher mit einem Minus von zehn Prozent zu den schwächeren Werten im Dax. Allerdings konnte sich der Titel beim jüngsten Renditeanstieg seit einigen Wochen stabilisieren. Dem Prämiendruck will die Münchener Rück durch ein verändertes Geschäftsmodell begegnen: Individuelle Lösungen sollen her, mit denen neue Geschäftsfelder bearbeitet werden können. Ein solches Feld ist die Cyber-Kriminalität, die immer stärker wird. Das ganz große Geschäft mit dem Schutz von Daten vor Hackerangriffen ist derzeit aber noch Zukunftsmusik. Zwar betrifft es viele Bereiche des Wirtschaftslebens, ist aber derzeit mit einem Prämienvolumen von rund drei Milliarden US-Dollar noch recht klein.

 

Munich RE

 

HOHE DIVIDENDENRENDITE ERMÖGLICHT ATTRAKTIVE KONDITIONEN

Heute interessieren sich Anleger insbesondere wegen der attraktiven Dividendenrendite für die Munich-Re-Aktie. Sie liegt bei rund 5,1 Prozent und ermöglicht ebenfalls die Finanzierung von Zertifikaten, etwa Aktienanleihen. Je größer die Ausschüttung, desto größer sind der Finanzierungsspielraum und die Ausgestaltungsmöglichkeit einer Aktienanleihe. Wer lieber etwas defensiver in den Rückversicherer investieren will, kann durch die Variante Aktienanleihen Plus eine zusätzliche Möglichkeit gegen fallende Kurse erhalten. So bietet das Papier mit der WKN DL5ARP nicht nur die Chance auf den Maximalertrag, wenn der Basispreis bei 160,00 Euro am Laufzeitende im Dezember 2017 erreicht oder überschritten wird, sondern auch dann, wenn eine zu Laufzeitbeginn definierte Barriere bei 130,00 Euro weder berührt noch unterschritten wird. Das bedeutet derzeit einen beruhigenden Abstand von 22,8 Prozent zum aktuellen Aktienkurs. Am Laufzeitende wird der Kupon in Höhe von 6,5 Prozent in jedem Fall gezahlt, was eine aktuelle Maximalrendite von 6,7 Prozent ermöglicht.

Sollte allerdings die Aktie der Munich Re während der Laufzeit nur einmal auf oder unterhalb von 130,00 Euro notieren und am Verfallstag unter dem Basispreis von 160,00 Euro, werden bei Verfall sechs Aktien plus den Gegenwert von 0,25 Aktien ausgezahlt. Zusammen erreichen sie aber nicht mehr den gesamten Nennbetrag in Höhe von 1000,00 Euro. Verluste sind in diesem Fall möglich.

 

Aktie und aktienAnleihe Plus im Vergleich


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