USA nach der Wahl | 15.12.2016

Im Zeichen des Trump-Effekts

In einem an politischen Überraschungen reichen Jahr war die Wahl von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten sicherlich das wichtigste Ereignis. Die Märkte haben bislang positiv reagiert. Für Anleger könnten sich daraus Chancen ergeben.

Hoffnungsvoll

Die Börsen haben bisher positiv auf die Wahl von Donald Trump reagiert.

Am Ende triumphierte er doch: Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten schaffte der New Yorker Milliardär und Immobilienunternehmer Donald Trump mit seinem Wahlsieg über die demokratische Kandidatin Hillary Clinton etwas, das viele nicht für möglich hielten. Sein Amtsantritt am 20. Januar 2017 kann als Erfüllung des amerikanischen Traums betrachtet werden, der Erfolg demjenigen verspricht, der hart arbeitet und nicht aufgibt.

Selten hat ein Kandidat durch sein schrilles Auftreten die Meinungen so gespalten wie Trump – und zwar nicht nur die in Europa, sondern auch in den USA, wo traditionell andere Kriterien für die Bewertung eines Kandidaten angelegt werden. Die Entscheidung der amerikanischen Wähler für Trump ist wohl vor allem eine Entscheidung gegen das politische Establishment und damit möglicherweise von ähnlichen Motiven gespeist wie das Brexit-Votum und das Referendum in Italien. Das könnte auch der Grund dafür sein, dass ihm überraschend viele Latinos ihre Stimme gaben, obwohl er mit Kritik an dieser Gruppe nicht sparte.

Dass Trump noch nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hatte und seine programmatischen Aussagen im Wahlkampf höchst widersprüchlich waren, wird von vielen Amerikanern nicht als störend empfunden, die in dem ehemaligen Star der Reality-TV-Show „The Apprentice“ (Der Lehrling) einen ideologisch nicht festgelegten Dealmaker erkennen wollen. Ohne oder gegen den politischen Apparat wird ein Regieren nicht möglich sein, sodass Trump sicherlich einige Positionen aus seinem Wahlkampf nicht wird umsetzen können. Von Vorteil könnte jedoch sein, dass er, jedenfalls in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit, über eine Mehrheit im aus den beiden Kammern Senat und Repräsentantenhaus bestehenden Kongress verfügt – während der vergangenen 36 Jahre ist dies nur in acht Jahren der Fall gewesen.

S&P 500-Index

Staatsmännisch

Anders als im Wahlkampf tritt der künftige US-Präsident Trump seit seiner Wahl deutlich zurückhaltender auf.

BÖRSEN REGIEREN PRAGMATISCH

Im Gegensatz zu manchem europäischen Politiker haben die Börsen pragmatisch und zum großen Teil positiv auf die Wahl reagiert: So hat der amerikanische S&P 500-Index, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA enthält, in dem knappen Monat seit der Wahl bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe um ansehnliche 3,85 Prozent zugelegt und auch der deutsche Leitindex Dax lag 2,30 Prozent im Plus. Inwieweit dies auf die Wahl Trumps oder doch eher auf eine ganz normale Jahresendrally zurückzuführen ist, kann nicht abschließend beantwortet werden. Immerhin ist es eine deutliche Verbesserung gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahrs, als sowohl der S&P 500 (–0,36 Prozent) als auch der Dax (–0,94 Prozent) nachgaben. Allein auf den Präsidentschaftszyklus, in dem Wahljahre im Durchschnitt gute Börsenjahre sind, kann das wohl nicht zurückgeführt werden, denn das Vorwahljahr 2015 mit seiner enttäuschenden Entwicklung fiel deutlich aus dem Raster.

WAS TRUMP PLANT

Seit seiner Wahl schlägt der designierte, das heißt noch nicht vereidigte Präsident jedenfalls deutlich leisere Töne an und gibt sich betont staatsmännisch. Zwei Wochen nach seinem Sieg hat er in einer Videobotschaft aber bereits die Eckpunkte für seine ersten hundert Tage im Amt bekanntgegeben, mit denen Trump, dessen Wahlkampfslogan in Anlehnung an Ronald Reagan „Make America great again“ lautete, Amerika an erste Stelle setzen möchte. So will er unter anderem bereits am ersten Arbeitstag den Rückzug der USA aus dem Freihandelsabkommen Transpazifische Partnerschaft (TPP) veranlassen, das zwar unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert ist. Daneben plant er, die Energieproduktion in den USA einschließlich „sauberer Kohle“ von Hemmnissen zu befreien und so „viele Millionen“ gut bezahlter Arbeitsplätze zu schaffen. Auch durch den Abbau von Bürokratie will er Amerikas Wirtschaft helfen, und schließlich soll in die vielerorts marode Infrastruktur des Landes investiert werden.

 

Arbeitslosenquote in den USA bis 2016

 

Trump hat zudem Steuersenkungen angekündigt, das Steuersystem soll gänzlich reformiert werden. Bislang wurde die restriktive Fiskalpolitik vor allem durch eine lockere Geldpolitik ausgeglichen. Viele Marktbeobachter sehen vermehrt Anzeichen dafür, dass der Offenmarktausschuss der Fed auf seiner letzten Sitzung in diesem Jahr Mitte Dezember eine Erhöhung der Leitzinsen vornehmen könnte. Finanzieren will Trump sein Programm vor allem durch fiskalische Impulse und dadurch mit neuen Schulden – was dann kein Problem darstellen sollte, wenn die Wirtschaft boomt und Steuereinnahmen fließen. Beobachter sehen Risiken vor allem in der möglichen Hinwendung zum Protektionismus und damit in einer Behinderung des Welthandels.

BONUS WINKT

Für Anleger, die an der Wertentwicklung der 500 größten US-Unternehmen teilhaben wollen, aber nicht uneingeschränkt positiv eingestellt sind, könnten Bonus-Zertifikate auf den S&P 500 eine praktikable Alternative sein, bieten sie doch Ertragschancen in vielerlei Märkten. So erhalten Anleger, die beispielsweise auf das Zertifikat mit der WKN DL7U1F setzen, bereits dann einen Bonusbetrag von 26,00 Euro ausgezahlt, wenn der S&P 500 bis zum 15. Dezember 2017 die Barriere von 1400,00 Punkten nicht berührt oder unterschreitet. Anfang Dezember 2016 notierte der Index bei 2205,25 Punkten, was einem Abstand zur Barriere von 36,50 Prozent entspricht.

Sollte der S&P 500 dagegen ein einziges Mal während der Laufzeit auf oder unterhalb von 1400 Punkten notiert haben, verfällt der Anspruch auf den Bonusbetrag und der Anleger nimmt im Verhältnis eins zu eins an der Wertentwicklung des Index teil. Lässt man die Kosten außer Acht, verhält sich das Zertifikat in diesem Fall genauso wie ein direktes Investment in den Index, mit der Ausnahme der Überschreitung des Bonuslevels von 2600 Punkten am Laufzeitende sowie dem Schutz gegen Währungsschwankungen durch den Quanto-Mechanismus. Sollte der S&P 500 darüber notieren, bleibt der Auszahlungsbetrag auf 26,00 Euro pro Zertifikat begrenzt. Andere Bonus-Zertifikate funktionieren grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip, weichen aber bei Bonusbetrag, Cap, Barriere und Laufzeit ab und eröffnen dadurch Anlagemöglichkeiten für unterschiedliche Anlagehorizonte und Kurserwartungen (siehe Tabelle unten).

Wie auch immer der Trump-Effekt ausfallen wird – mit Bonus-Zertifikaten von X-markets können Anleger von einer Reihe möglicher Szenarien profitieren.

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