Gold-Kommentar | 29.06.2017

Sommerblässe statt Knusperteint

So, nun habe ich mir bei den ersten sommerlichen Laufwettkämpfen durch leichte Nachlässigkeiten schon recht ordentliche Sonnenbrände geholt. Was allerdings nicht am mangelnden Eincremen lag.

Dennoch, es muss doch einfachere Mittel und Wege geben, als sich mit Creme vollzuschmieren, die doch mit dem ersten Schweißtropfen gleich wieder verläuft. Hier naht die rettende Idee. So wie – einige von uns werden den guten alten James-Bond-Film noch kennen - in „Goldfinger“ könnte man sich doch mit Gold überziehen und wäre dann vor der Sonne geschützt. Also so wie früher, als nicht knackige Bräune als Zeichen für Wohlstand angesehen wurde, sondern vornehme Blässe. Es hätte ja auch für diejenigen, die daran Spaß haben, einen - sagen wir mal – leicht snobistischen Touch, in güldene Farbe gehüllt die Strände der Adria unsicher zu machen. Der Überzug darf halt nur nicht komplett geschlossen und dicht sein, denn wir wissen ja seit „Goldfinger“, dass das tödlich endet. Im Vorgriff auf die sommerliche Urlaubszeit hat das Gold schon ein paar ruhige Tage eingelegt. Nachdem es Anfang Juni auf den höchsten Kurs seit der US-Wahlnacht (1296 Dollar pro Unze) geklettert war, ging es seitdem wieder etwas abwärts. Gewinne wurden mitgenommen, der Dollar stieg etwas, und abgesehen von dem Wahlausgang in Großbritannien gab es keine geopolitischen Schocks, die Anleger zur Flucht in sichere Häfen veranlasst hätten. Zudem ist
die Sommerzeit seit Generationen ja eher eine
etwas schwierige Zeit für die Goldpreise. Schließlich tendiert dann die physische Nachfrage gegen null. Nichtsdestotrotz sollten die Goldanleger die Flinte nicht ins Korn werfen. Man kann das Glas nämlich auch als halb voll statt halb leer betrachten. Beim Schreiben dieser Zeilen hat Gold immerhin seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent zugelegt. An den Aktienmärkten gab es im Juni Rekordstände für viele Leitindizes, und die Wahlen in den Niederlanden und Frankreich, die zu Jahresanfang viele Anleger in Gold als -sicheren Hafen getrieben hatten, sind aus Sicht der Märkte „unfallfrei“ vorübergegangen. Wie es nun mit den Goldpreisen weitergeht, das entscheidet sich wahrscheinlich in Washington. -Erhöht die amerikanische Notenbank Fed im Herbst erneut die Zinsen und kündigt weitere Erhöhungen für das nächste Jahr an, wird das Leben für Gold schwieriger. Falls nicht, umso besser für das Edelmetall. Genießen wir vielleicht lieber erst einmal den wundervollen Sommer. Womöglich folgt ja ein goldener Herbst.

 

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