Titelthema - Europa: was die Märkte in Bewegung bringt | 26.05.2017

Impulse

2017 ist ein Jahr, das nicht nur von wegweisenden politischen Entscheidungen für die Staaten der Europäischen Union, sondern auch von den weltweiten Notenbanken geprägt wird. X-press zeigt, wie sich das auf die internationalen Märkte auswirkt und mit welchen Produkten Privatanleger darauf reagieren können.

Ein kollektives Aufatmen ging durch die Börsensäle, nachdem Emmanuel Macron auch den zweiten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen für sich entschieden hatte. Der Dax quittierte die gute Nachricht mit einem weiteren Allzeithoch.

Wie von den Auguren richtig prognostiziert, hatte Macron das Rennen für sich entschieden und ist der 25. Präsident der „Grande Nation“. Das dürfte die Stimmung der Anleger nachhaltig verbessern. Denn der größte Risikofaktor, ein drohendes Auseinanderbrechen der Staatengemeinschaft der EU wie auch des Euro im Zuge einer möglichen Präsidentin Marine Le Pen, wurde abgewendet. Stattdessen will Macron Maßnahmen zur Stei-gerung der Wettbewerbsfähigkeit umsetzen. Dazu zählen nicht zuletzt die Herabsetzung der Unternehmenssteuern und eine Liberalisierung des Arbeitsmarkts.

Nach der Analyse der Deutschen Asset Management steht mit Emmanuel Macron ein bekennender Europäer an der Spitze des wichtigsten politischen Partners Deutschlands. Dies könnte die Investorenphantasien sogar hinsichtlich weiterer Integrationsschritte – etwa einer besser abgestimmten und stimulierenden Fiskalpolitik – beschleunigen.

Die allermeisten Börsianer deuten den Wahlausgang als gutes Zeichen für die europäischen Finanzmärkte. Das politische Risiko scheint gebannt und Investoren können sich wieder verstärkt auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten europäischer Aktien konzentrieren, die von der anziehenden Konjunkturdynamik auf dem Kontinent profitieren.

Hinzu kommt: Viele Unternehmen sind gemessen an ihren fundamentalen Kennzahlen attraktiv bewertet und überzeugen mit verbessertem Wachstum. Einige übertrafen ihre Absatz- und Gewinnprognosen, die Ertragssaison im ersten Quartal war so stark wie in den vergangenen sieben Jahren nicht mehr (siehe auch Chart Seite 14). Zusammengefasst befindet sich die Stimmung in deutschen Chefetagen auf hohem Niveau. Das zeigt sich auch in der Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex (siehe Charts oben). Der Index stieg im April von 112,4 auf 112,9 Punkte.

Die Folge: Viele internationale Anleger, die zuletzt einen Bogen um Europa gemacht haben, dürften nun wieder an die europäischen Aktienmärkte zurückkehren.

 

DAX

 

Gute Aussichten für Deutschland

Deutschland steht am 24. September vor der Wahl. Doch birgt der Urnengang nach Ansicht von Beobachtern nicht das gleiche Risiko für die Zukunft Europas wie die Entscheidung in Frankreich. Das lassen auch die Ergebnisse der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen vermuten, die als bedeutender Stimmungstest für die Bundestagswahl im September galt. Während die marktfreundlichen Parteien CDU und FDP deutliche Zuwächse erhielten, schnitt die SPD im bevölkerungsreichsten Bundesland so schlecht ab wie nie und die Linke scheiterte an der Fünfprozenthürde.

 

Impulsgeber

 

Damit ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die CDU auch die nächste Regierung anführen könnte. Für Anleger wirkt das beruhigend, denn damit dürfte auch der Pro-Europa-Kurs fortgesetzt werden. Schon vor der NRW-Wahl blickten die deutschen Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft. Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) rechnet fast die Hälfte der 2800 befragten Firmen in diesem Jahr mit einem Anstieg der Produktion, nur jede zehnte mit einem Rückgang. Auch die Investitionsbereitschaft ist deutlich angestiegen. Hielten sich die Firmen wegen des unsicheren Umfelds im vergangenen Jahr noch zurück, planen in diesem Jahr fast 43 Prozent der Betriebe höhere Investitionen. Dadurch entsteht laut den Konjunkturexperten des IW in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt eine Million neue Jobs.

Keine Angst vor steigenden Zinsen

Geht es um das Wechselspiel zwischen Politik und Börse, spielen auch die Notenbanken als Hüterinnen des Geldes eine entscheidende Rolle. Nachdem das „existenzielle“ Risiko mit der französischen Präsidentschaftswahl vorüber ist, könnte die Europäische Zentralbank ihre expansive Geldpolitik allmählich reduzieren. Ein Risiko birgt das Timing der EZB im Hinblick auf eine allmähliche Beendigung der Lockerungspolitik. Dabei ist entscheidend, ob die Quantitative-Easing-Maßnahmen zurückgefahren werden können, ohne Irritationen wie in den USA auszulösen, als die Federal Reserve signalisiert hatte, deutlich weniger Anleihen zu kaufen.

Das US-amerikanische Pendant der EZB, die Fed, tagt wieder am 14. Juni in Washington. Zuletzt hat sich das Gremium unter Leitung von Janet Yellen eine weitere Zinserhöhung offengehalten. Weil der Dollar und die Renditen an den US-Anleihemärkten gefallen sind und sich die Aktienmärkte gleichzeitig positiv entwickelt haben, sehen Finanzmarktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei 90 Prozent. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass steigende Zinsen keineswegs mit fallenden Börsen einhergehen müssen. Die seit 1970 zu beobachtenden acht Phasen mit mehreren Zinserhöhungen hintereinander durch die US-Notenbank bestätigen dies. Vielmehr bestärkten steigende Zinsen Investoren darin, dass das Wirtschaftswachstum stark genug ist, um den geldpolitischen Stimulus zu reduzieren.

Überhaupt sollte der Einfluss der Notenbanken auf die Märkte nicht überschätzt werden. So stellte zuletzt der frühere Geldpolitiker und Ökonom Stefan Gerlach zu Recht fest, dass die Auswirkungen der Geldpolitik auf Finanzmarktpreise unsicher, während die Auswirkungen der Geldpolitik auf die reale Wirtschaft langsamer und weniger wuchtig sind als oft behauptet. Eine realistischere Wahrnehmung von Möglichkeiten und Grenzen der Geldpolitik wäre daher wünschenswert. Kurzfristig können Zentralbanken den Impuls entzünden, am Ende – langfristig gesehen – entscheiden aber dann doch die Märkte.

 

Indexprognosen 2017

 

Gesunkenes Krisenpotenzial

Ein weiteres Thema auf der Polit-Agenda, das die Anleger Europa immer wieder in Atem hält, ist der Brexit. Noch sind die Austrittsverhandlungen mit Großbritannien in einem frühen Stadium und viele Fragen offen. Die Neuwahlen am 8. Juni dürften aller Voraussicht nach Theresa May in ihrem Kurs bestätigen; die Konservativen um die Premierministerin liegen in den Umfragen weit vorn – wenig Neues für die Märkte also.

Die alte Börsenweisheit, wonach politische Börse kurze Beine haben, scheint sich auch im Entscheidungsjahr 2017 einmal mehr zu bewahrheiten. Gemeint ist mit dieser altbekannten Anlegerweisheit, dass politische Konflikte erfahrungsgemäß meist nur vorübergehend auf die Kurse drücken. Mittel- bis langfristig dagegen rücken wieder fundamentale Faktoren in den Mittelpunkt. Das zeigt auch eine Umfrage der DVFA von Anfang Mai. Danach halten 63 Prozent der befragten Finanzprofis die Aussage für richtig.

Denn die Politik ist nur einer von drei Haupttreibern der Aktienmarktentwicklung. Die anderen beiden – wirtschaftliche Einflussfaktoren und das Sentiment – sind mindestens ebenso bestimmend. Die Rahmenbedingungen sind im Allgemeinen momentan gut, so dass politische Störfeuer derzeit wenig Krisenpotenzial bieten. Politische Ereignisse können daher den übergeordneten positiven Trend auch nicht ganz einfach umkehren. Solange die Realität besser ist als die Erwartungen der Anleger, könnten die Märkte einfach weiterlaufen. Unter diesem Motto läuft übrigens das bisherige Jahr 2017: Niederlande, Frankreich, es folgen Großbritannien und Deutschland.

EUROPÄISCHE UNTERNEHMENSGEWINNE: Ein starker Start in das Jahr 2017

Dax- und Euro-Stoxx-50-Zertifikate

WKN Geld Laufzeit Type name
DM5DAX 111,720 EUR Open End X-pert Zertifikate
DB9T8X 98,910 EUR 13.05.2022 Express-Zertifikate (Klass.)
DM2Z3J 117,700 EUR 21.12.2018 Discount-Zertifikate (Klass.)
Stand 20.08.2018 04:50:20 Quelle: Deutsche Bank AG

Chancen für Investoren

Anleger können mit unterschiedlichen X-markets-Produkten von einem möglichen grandiosen Comeback Europas profitieren. Das CAC 40 X-pert Zertifikat (WKN: 105541) etwa bildet die Wertentwicklung derjenigen 40 französischen Firmen ab, die die höchsten Börsenumsätze und Marktkapitalisierungen an der Pariser Börse aufweisen.

Wer dem Dax nach der jüngsten Rekordjagd nur verhaltenes Potenzial für weitere Avancen zutraut, dürfte mit einem Discount-Zertifikat auf den Blue-Chip-Index richtig liegen. Das Dax Discount Zertifikat (WKN: DL6WBV) ermöglicht den Kauf des deutschen Vorzeigeindex mit einem Abschlag von knapp fünf Prozent und ist mit einem Höchstbetrag von 127,50 Euro ausgestattet. Heißt: Selbst wenn der DAX zum Laufzeitende am 26. Januar kommenden Jahres nur seitwärts tendiert, erwirtschaften Anleger mit diesem Papier eine annualisierte Rendite von sieben Prozent.

Anleger, die lieber auf Europa en gros setzen möchten, sollten mit dem neuen Euro Stoxx 50 Express-Zertifikat (WKN: DB9T8X) gute Karten haben. Hier lässt sich in den nächsten fünf Jahren eine Rendite von 27 Prozent erzielen, wenn der Euro Stoxx 50-Index bis zum Laufzeitende des Zertifikates am 13. Mai 2022 nicht mehr als 35 Prozent seines Wertes verliert. Die Beobachtungstage datieren zwischen dem 13. und 15. Mai eines jeden Jahres. Die Auszahlungslevels sinken im Jahresintervall um jeweils fünf Prozent, während der Tilgungsbetrag jährlich um 5,40 Euro von 105,40 auf schließlich 127 Euro ansteigt. Die Barriere wurde bei Emission bei 65 Prozent festgelegt, weitere Details zur Funktionsweise eines Express-Zertifikates siehe auch Neuemissionen Seite 31. Gute Aussichten, die von Brexit & Co. weitgehend unberührt sind, werden Schweizer Aktien vom eidgenössischen Finanzmagazin „Cash“ attestiert. Es ist der Meinung, dass abgesehen von den politischen Störfaktoren kaum Wolken am Börsenhimmel auszumachen sind. Das SMI X-pert Zertifikat (WKN: DB0SM1) spiegelt die Entwicklung des bedeutendsten Aktienindex der Schweiz wider. Der Swiss Market Index bildet die Wertentwicklung der wichtigsten 20 Schweizer Unternehmen ab, darunter Weltkonzerne wie Nestlé, Novartis oder The Swatch Group. Auf das Börsenbarometer entfallen rund 85 Prozent der Gesamtkapitalisierung des eidgenössischen Aktienmarktes.

Auch der spanische Leitindex IBEX könnte Privatanlegern einen Blick wert sein. Er konnte seit seinem Rücksetzer im vergangenen Jahr von 8200 Punkten wieder über 32 Prozent auf 10 800 Punkte gutmachen und ist nun langsam wieder in Sichtweite seines oberen Widerstandes bei 11 500 Punkten aus dem Jahre 2015 angekommen. Sollte auch diese Barriere überwunden werden, wäre der Weg bis ganz nach oben zu den alten Rekordständen bei 15 669 Punkten aus dem Jahre 2007 offen. Aber bis dahin bedarf es noch einer ganzen Menge kräftiger Impulse – im besten Fall auch unterstützt durch die Politik.

Index-Zertifikate auf Europäische Indizes

WKN Name Geld Brief Laufzeit
DB0QAE IBEX 35 X-pert Zertifikat 9,410 EUR 9,43 EUR Open End
709341 EURO STOXX 50® (Kurs) X-pert Zertifikat 33,770 EUR 33,78 EUR Open End
DB0SM1 SMI X-pert Zertifikat 79,250 EUR 79,28 EUR Open End
105541 CAC 40 X-pert Zertifikat 53,630 EUR 53,64 EUR Open End
Stand 20.08.2018 04:50:20 Quelle: Deutsche Bank AG
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