Gold-Kommentar | 27.04.2017

Goldene Eier

Nach der starken Vorstellung, die das edelste ­aller Metalle - nämlich das Gold - um die Osterzeit herum dem staunenden Publikum geboten hat, war es für mich natürlich klar, dass ich mich in diesem Jahr nicht lumpen lassen konnte und somit goldene Ostereier für Freunde, Familie und Fans verstecken würde.

Im Nachhinein habe ich mich nun mal kundig gemacht, woher der Brauch der Ostereier überhaupt kommt und wie lange es schon Sitte und Usus ist, zum Osterfest gefärbte Eier zu verschenken beziehungsweise zu verstecken. Mit Erstaunen wurde ich dessen gewahr, dass im südlichen Afrika angeblich schon vor 60 000 Jahren gefärbte und dekorierte Straußeneier im Umlauf waren. Ein netter Brauch – besonders, wenn die Eier mit Schokolade gefüllt sind. Zumal sich ungefähr zur Osterzeit auch der Prä­sident der Vereinigten Staaten wiederholt als Freund des Goldes outete. Donald Trump besteht laut Zeitungsmeldungen nämlich darauf, bei ­seinem Besuch in London im Oktober in einer goldverzierten Kutsche vorzufahren und sich von dem mit geringen Pferdestärken betriebenen Gefährt über die Paradestraße „The Mall“ fahren zu lassen. Alle Achtung, der Herr hat ordentlichen (‚Bling- Bling‘-)Geschmack! Und in dieser schnell­lebigen Zeit kann der geneigte Beobachter aus so einem Tun, wenn er dies möchte, ein Statement zur aktiven Entschleunigung herauslesen. Auch amerikanische Präsidenten mögen es wohl mal etwas gemächlicher. Das Gold hat zwischenzeitlich etwas mehr Gas gegeben. Am Ostermontag ging es richtig aufwärts auf die höchsten Kurse seit November 2016. Gründe hierfür waren bestimmt die Suche nach sicheren Häfen aufgrund der Diskussionen um Nordkorea und die Frankreich-Wahl sowie auch bezüglich der üblichen Verdächtigen wie der US-Renditen, die wieder sinken, nachdem Donald Trump bis jetzt noch nicht viele seiner Wahlversprechen einlösen konnte. Sollte sich dies ändern, könnte das auch wieder die Goldpreise etwas belasten. Im All­gemeinen hat Gold allerdings nun die Verluste seit der US-Wahl entgegen der Erwartung vieler Marktbeobachter wieder rückgängig gemacht. Und das ist doch schon einmal fein. Vielleicht sollte man nun allmählich bereits auf goldene Weihnachtsgeschenke hin sparen?

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