Interview | 27.10.2017

Erfahrene ­Aktienauswahl

2017 wird für Besitzer des Platow-Zertifikats wohl ein weiteres exzellentes Jahr. Im Interview sprechen Christoph Frank und Roger Peeters, seit 2006 verantwortlich für die Zusammensetzung des Zertifikats, über das aktuelle Portfolio und die weiteren Aussichten.

„Zitat: Neue Allzeithochs können wir nicht vorhersagen, das wäre auch unseriös.”

Christoph Frank
Geschäftsführender Gesellschafter pfp Advisory GmbH

X-press: Das Platow-Zertifikat hat seit Februar viele neue Allzeithochs erreicht. Welche Aktien haben besonders stark zur Rally beigetragen?

Christoph Frank: Sehr gut liefen 2017 Titel aus dem Software- und IT-Bereich. So hat sich etwa der Kurs von S&T verdoppelt, Titel wie Cancom, Datagroup, Mensch und Maschine oder USU Software brachten ebenfalls hohe Gewinne. Auch Aktien aus anderen Industrien wurden zu Verdopplern, z.B. Einhell oder Technotrans.

X-press: Haben Sie den Technologiesektor bewusst so stark gewichtet?

Christoph Frank: Nein, die aktuelle Zusammensetzung ergibt sich aus der strikten Anwendung unserer Auswahlfilter. Jedes Unternehmen wird für sich ­betrachtet, wobei wir besonders auf das Geschäftsmodell, die Bewertung und Wachstumskennzahlen schauen. Aspekte wie Indexzugehörigkeit, Branche oder Größenklasse spielen keine Rolle.

Roger Peeters: Unsere Aktienauswahl erfolgt bottom-up, wir sind beide erklärte Stockpicker. So können wir auch unsere langjährige Erfahrung mit deutschen Nebenwerten und unsere guten Kenntnisse über die Unternehmen und den Kapitalmarkt voll ausspielen.

X-press: Finden Sie bei den aktuellen Rekordkursen überhaupt noch attraktive Aktien?

Roger Peeters: Natürlich ist der Markt als Ganzes höher bewertet als noch vor drei oder fünf Jahren. Man muss mittlerweile schon tief graben, um interessante Titel zu finden. Bisher haben wir aber noch genügend Auswahlmöglichkeiten, um unsere traditionell 35 bis 50 Aktien für das Portfolio zusammenzubekommen.

Christoph Frank: Richtige Schnäppchen gibt es kaum noch, aber das ist für unseren Ansatz auch nicht nötig. Solange die Wachstumsaussichten der Unternehmen stimmen, stört uns das nicht übermäßig. Gerade bei den Small Caps ist das oft noch der Fall.

X-press: Rechnen Sie für das kommende Jahr mit neuen Allzeithochs beim Platow-Zertifikat oder müssen sich Anleger auf härtere Zeiten einstellen?

Christoph Frank: Neue Allzeithochs können wir nicht vorhersagen, das wäre auch unseriös. Die vergangenen elfeinhalb Jahre haben allerdings gezeigt, dass unser Investmentansatz in ganz verschiedenen Börsenphasen einen erheblichen Mehrwert erzielt. Letztlich sollte für Anleger nicht das Ergebnis in einzelnen Kalenderjahren im Vordergrund stehen, sondern über die Gesamtstrecke – wie bei einem Marathon.

Roger Peeters: 2017 war bisher schon ein sehr gutes Jahr. Deswegen muss 2018 jetzt aber nicht automatisch schlecht werden. Schließlich gibt es weiter kaum Anlagealternativen zu Aktien.

Das Interview führte Marcus Kapust

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