KOMMENTAR | 28.03.2018

Neuer Präsident in Südafrika: gut für Wirtschaft und Aktienmarkt?

Schwellenländer haben aktuell ökonomischen Rückenwind – so auch Südafrika. Nachdem die Wirtschaft in Q1 2017 noch geschrumpft war, stand am Jahresende ein Gesamtplus von 1,1 Prozent zu Buche.

Derzeit spricht vieles dafür, dass das Land auf Erholungskurs bleiben könnte. Die Deutsche Bank rechnet für 2018 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und sieht gleichzeitig weiteres Kurspotenzial am Aktienmarkt. Ein Grund für die verbesserten Aussichten liegt in der Personalie des neuen Präsidenten Cyril Rama­phosa, welcher international über einen guten Ruf verfügt. Herausforderungen wie Korruption, ein marodes öffentliches Bildungssystem ebenso wie die hohe Arbeitslosigkeit von fast 27 Prozent gilt es zu bewerkstelligen. Auch die steigenden Staatsschulden bleiben eine Herausforderung. Während diese in 2011 noch rund 40 Prozent des BIP betrugen, sind sie bis heute auf etwa 57 Prozent gestiegen. Ein erster wichtiger Schritt war die Verabschiedung des Haushaltsplans für 2018. Um die Staatsfinanzen zu entlasten, wurde erstmals seit dem Ende der Apartheid die Mehrwertsteuer von 14 auf 15 Prozent erhöht. Gleichzeitig wurden höhere Ab­gaben auf Treibstoffe und Luxusgüter beschlossen. Diese Mehreinnahmen sollen den Staatsfinanzen und den Bereichen Bildung und Arbeit zugutekommen. In Summe könnten sich die Pläne Ramaphosas auch auf den südafrikanischen Aktienmarkt weiter positiv auswirken. Denn bereits im vergangenen Jahr ist der MSCI South Africa in Euro gerechnet um mehr als 20 Prozent nach oben geklettert. Mit Blick nach vorne könnten z.B. eine verbesserte Arbeitsmarktsituation sowie steigende Reallöhne den Binnenkonsum stützen. Gleichzeitig dürfte die Kreditvergabe seitens der Banken anziehen – sowohl an Privathaushalte als auch an die Unternehmen, deren Investitionstätigkeit im Zuge des verbesserten politischen Klimas zunehmen könnte. Insgesamt liegt das erwartete Gewinnwachstum für die Unternehmen im MSCI South Africa für 2018 derzeit bei starken 21,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die mittelfristigen Aussichten für den südafrikanischen Aktienmarkt sind aus Sicht der Deutschen Bank vorerst positiv – ebenso wie für das Segment der Schwellenländeraktien insgesamt: Für entsprechend risikobereite Anleger könnten die aufstrebenden Märkte aktuell zu den interessanteren Anlageregionen weltweit zählen.

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