Interview | 28.03.2018

Künstler und Sammler

Dieter Meier lebt im Winter auf seiner Farm Ojo de Agua. Hier in der Ab­geschiedenheit des argentinischen Südostens findet der Allroundkünstler die Ruhe für seine Arbeit. Gerade bereitet er eine Ausstellung eigener Werke vor, die im kommenden Jahr im Museo de Arte Moderno (MALBA) in der Hauptstadt Buenos Aires gezeigt ­werden wird.

Dieter Meie

X-press: Wie definieren Sie Kunst?

Dieter Meier: Der Begriff Kunst ist sehr dubios. Kunst, sei es Malerei, Literatur, Film oder Musik, ist für mich höchst subjektiv. Wenn ich auf eine Weise aufgewühlt wurde, wie ich es vorher noch nicht wurde, und dadurch etwas über mich selbst lerne, nenne ich es Kunst.

X-press: Nach welchen Kriterien kaufen Sie Kunstwerke?

Dieter Meier: Ich bin ein völlig unsystematischer Sammler. Wenn mich ein Bild anspringt, „because it reaches a part of my mind other things don’t“, dann kaufe ich es, sozusagen als Erinnerung und zum Dank, dass es mir etwas eröffnet hat. Manche der Bilder packe ich gar nicht erst aus. Ich liebe es, von Bildern überfallen zu werden und dann die Erinnerung an den Überfall vielleicht ein Leben lang mit mir herumzutragen.

X-press: Wie lassen Sie sich selbst bei Ihren Arbeiten inspirieren?

Dieter Meier: Als höchst dilettantischer Zeichner kritzele ich meist mit Bleistift oder Kugelschreiber Gesichter und schreibe dann, wenn sie mich in ihrem Ausdruck berühren, einen Monolog ihrer Befindlichkeit. Diese Serie von Zeichnungen nenne ich „Accidental Birth“, weil ich nicht mit der Absicht, etwas Bestimmtes darzustellen, an die Arbeit gehe, sondern lediglich die zufällig entstandenen Personen erkenne.

X-press: Wo wird Ihre nächste Ausstellung zu sehen sein?

Dieter Meier: Ich bereite gerade eine Ausstellung für das Museum für moderne Kunst in Buenos Aires vor. Die Kunstszene in Buenos Aires gehört zu den aufregendsten der Welt, ich freue mich sehr darauf.

Das Interview führte Jürgen Wenzel

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