Interview | 24.01.2018

Sammler und Pionier der Kunstszene

2011 eröffnete Ramin Salsali in Dubai mit dem Salsali Private Museum (SPM) das erste Museum für zeitgenössische Kunst in der arabischen Welt überhaupt. Für sein Engagement für die Kunst­szene in Dubai wurde Salsali vom Vizepräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Dubai, Muhammad bin Raschid Al Maktum, als „Patron of the Arts“ geehrt.

X-press: Herr Salsali, wann haben Sie damit begonnen, Kunstwerke zu erwerben?

Ramin Salsali: Ich habe mit 22 Jahren angefangen, mit dem sehr bescheidenen Budget, das ich damals hatte, Kunstwerke zu kaufen. Seit damals sammle ich Kunst. Die ersten Bilder, die ich damals gekauft habe, waren von Kiddy Citny, der dafür bekannt ist, Teile der Berliner Mauer vor deren Fall bemalt zu haben.

X-press: Kaufen Sie eher aus dem Bauch heraus oder sind Sie ein rationaler Käufer?

Ramin Salsali: Ich bin sicherlich ein eher emotionaler Käufer. Der glücklichste Käufer ist immer derjenige, der eine emotionale Verbindung zu den Kunstwerken, dem Künstler oder dem Galeristen aufgebaut hat.

X-press: Was war Ihre Motivation, in Dubai das erste private Kunstmuseum zu eröffnen?

Ramin Salsali: Jemand wie ich, der im Iran geboren ist und die Unruhe und Zerstörung mancher Länder in der Region immer beobachtet hat, muss einfach die Entwicklung der Vereinigten Arabischen Emirate als ein Modell für die Zukunft bewundern. Und zwar nicht nur für den Persischen Golf, sondern für die gesamte Welt. Mit dem Museum habe ich hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht nur einen meiner persönlichen Träume realisiert, sondern auch zu dem Prozess etwas beitragen, der hier in den letzten 20 Jahren eine Gesellschaft geschaffen hat, in der Toleranz zu den wichtigsten Prinzipien gehört.

X-press: Wie würden Sie die Kunstszene in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschreiben?

Ramin Salsali: Glücklicherweise hat die Entwicklung hier nicht die Kultur- und Kunstszene außen vor gelassen. Von Anfang an wurden kulturelle Veränderungen als Teil der Infrastruktur angesehen und jeder kann die ständig wachsende Szene hier beobachten. Beispiele dafür sind die über 70 Galerien und kreativen Einrichtungen, die sich allein im Alserkal Complex befinden, der Dubai Design District, die Biennale in Schardscha, die Art Dubai, die 16 Museen in Schardscha und natürlich das allerneueste Highlight: der Louvre Abu Dhabi. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre werden das neue Guggenheim und das Mastaba-Projekt von Christo Abu Dhabi und die Vereinigten Ara­bischen Emirate sicher in eine der kulturell interessantesten Destinationen verwandeln. Darüber hinaus darf man auch die zahlreichen privaten Initiativen nicht vergessen, wie zum Beispiel das Jameel Arts Centre, die U.A.E. Unlimited Arab ­Exploration und die Najjar Foundation.

Das Interview führte Jürgen Wenzel

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