Kommentar | 15.12.2017

Ist Silber im Jahr 2018 das bessere Gold?

Nun neigt sich das Jahr mit Riesenschritten dem Ende entgegen. Die Jahresrückblicke in den Medien läuten den Jahreswechsel scheinbar auch immer früher ein. Demnächst werden wir die ersten Rückblicke wahrscheinlich schon im September zu Gesicht bekommen – ähnlich wie die weihnachtlichen Lebkuchen in den Supermärkten.

Der Autor dieser Zeilen hat zumindest seine sportlichen Ziele in diesem Jahr erreicht. Alle Bergmarathons wurden ebenso erfolgreich gefinished wie der 100-Meilen-Lauf und das Vorhaben, (Ultra-)Marathons auf fünf verschiedenen Kontinenten zu laufen. Doch jetzt leidet das Konto erstmal unter Schwindsucht. Hätte ich doch nur vor Jahresfrist in Bitcoins investiert ...

Auch ein währungsgesichtertes Engagement in Gold hätte zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen einen ordentlichen Ertrag von zirka neun Prozent gebracht. Und im Gegensatz zu den Bitcoins ist der Rohstoff Gold selbst ja zumindest etwas, das man anfassen und das hinterlegt werden kann. Dennoch haben sich sowohl Gold als auch Silber und Platin recht deutlich von ihren Jahreshochs entfernt. Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich in den USA, wo die in den letzten Wochen dank der wahrscheinlich kommenden großen Steuerreform nun für die nächsten Jahre etwas aggressivere Zinserhöhungen der US-Notenbank eingepreist werden. Hier gilt: je höher die Zinsen, desto unangenehmer könnte es für die Edelmetallpreise werden. Allerdings könnten steigende Inflationserwartungen auch für verstärkte Nachfrage nach Gold sorgen.

Unsere Analystenkollegen sehen im kommenden Jahr eher Chancen bei den konjunktursensitiven Edelmetallen wie Silber und Platin als bei Gold, das sie unverändert prognostizieren (siehe die nebenstehende Tabelle). Meiner Meinung nach könnten allerdings die etwas schläfrig agierenden Notenbanken wie die EZB und die Bank of
Japan oder die Bank of England, welche die sehr guten Konjunkturdaten völlig ignorieren, mittelfristig die Inflation unterschätzen, was die Goldnachfrage antreiben könnte (als vermeintlichem Inflationsschutz).

Für die Ölpreise sehen unsere Kollegen wie nebenstehend ersichtlich ebenfalls eher seitwärts bewegende Kurse voraus. Für alle Prognosen gilt aber wie immer: Sie sind unsicher, da die Zukunft betreffend.

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