Deutschlands erstes Börsenmuseum | 15.12.2017

Premiere in Rosenheim

Der ungewöhnliche Mix aus alpenländischer Tradition und südländischer Lebensart haucht Rosenheim einen ganz besonderen Flair ein. Nun darf sich die Stadt im tiefsten Südosten Deutschlands auch noch rühmen, das erste Börsenmuseum Deutschlands ihr Eigen zu nennen.

„Börse macht Spaß, Börse zum Anfassen“. Mit dieser Botschaft wirbt das erste Börsenmuseum der Republik seit seiner Eröffnung im Sommer dieses Jahres um Besucher. Zum Start gab sich bereits die deutsche Finanz-Community die Klinke in die Hand. So waren Vertreter der großen Börsen aus München, Stuttgart und Frankfurt anwesend, ebenso wie auch viele Banker, Fondsmanager oder Wirtschaftsjournalisten.

Faszinierende Welt der Börse

Seit rund 30 Jahren stammen aus Rosenheim Börsendaten, zahlreiche Finanzmedien und zuletzt wurde mit dem BCDI-Zertifikat auch ein erfolgreiches Zertifikat auf den Weg gebracht. Dahinter steht immer ein Name: Thomas Müller. Nun konnte Müller mit seinem Team mit dem Börsenmuseum einen neuen Meilenstein setzen. Jedenfalls war Gabriele Bauer, die Oberbürgermeisterin der 60 000-Einwohner-Stadt, auf der Eröffnungsfeier mächtig stolz auf die neue Einrichtung. Sie erhofft sich viele zusätzliche nationale und vielleicht auch internationale Besucher für Rosenheim.

Interview

Börse, Börse, Börse

Kaum eine Person in Deutschland lebt das Thema Börse so leidenschaftlich wie Thomas Müller. In den achtziger Jahren – kurz nach Beginn seines Studiums – kam er erstmals mit dem Aktienmarkt in Berührung. Seitdem lässt ihn der „Börsenvirus“ nicht mehr in Ruhe. Nachdem er einen Finanzverlag gründete, Bücher und Newsletter über die Materie verfasste, einen erfolgreichen Fonds herausbrachte, eröffnete er nun auch noch ein Museum. X-press sprach mit dem Tausend­-sassa über seinen neusten Meilenstein.

Thomas Müller

Manch ein Besucher, wie beispielsweise Oliver Hans, der Geschäftsführer der baden-württembergischen Wertpapierbörse, hatte sogar weitere Ausstellungsstücke bei seinem Besuch im Gepäck. So brachte der Stuttgarter Börsenchef als Dauerleihgabe ein historisches Original-Kursblatt aus dem Jahre 1867 mit nach Oberbayern.

Börse pur – Börse zum Anfassen

Zu den Higlights des Museums gehört eine fünf Meter lange Dow-Jones-Installation (siehe Bild links und unten), die dessen Wertentwicklung seit 1896 plastisch begreifbar macht. Daneben gibt es einen 3D-Druck des Dax sowie zehn Aktien-3D-Glas-Dioramen zu bewundern. Diese kleinen 3D-Schaukästen, sind mit unterschiedlichen Daten und Fakten zu den diversen Unternehmenspapieren gefüllt.

Kurios ist die Geschichte um die magische Dax-Zahl von 100 000 Punkten: Kein Index ist in Deutschland bekannter als der Dax, daher ist es auch kaum verwunderlich, dass ihm im und um das Museum besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Vor allem die „Dax-Wand“ draußen vor dem Haus, welche den Kursverlauf des deutschen Leitindex nachbildet, dürfte Anleger besonders ansprechen. Diese besteht aus Alu-Rohren im Maßstab 1:100. Beginnend mit dem Jahre 1987 und einem ersten Dax-Balken von zehn Zentimetern (entspricht der Normierung auf 1 000 Punkte), wuchs die Reihe bis Ende des Jahres 2016 auf 1,148 Meter (11 480 Punkte). Am Ende der Installation thront als Abschluss bereits ein zehn Meter hohes Rohr.

Wer Thomas Müller kennt, kennt auch seine Dax-Prognose aus dem „Börsenbuch“ für das Jahr 2039: 100 000 Punkte – umgerechnet also der Abschlussbalken mit der atemberaubenden Höhe.

Wissensvermittlung im fokus

Anhand verschiedener Themenschwerpunkte wie Börsenwissen, Börsen-Crashs unnd Börsenstrategien wird gezeigt, welche Gewinnchancen die Börsen weltweit eröffnen und wie der Anleger sein Geld am besten investiert. Die Ausstellung wächst permanent weiter. Seitdem sich in der Republik herumgesprochen hat, dass es das Museum gibt, wird Müller häufiger angesprochen, ob er noch das eine oder andere Objekt benötigt. Beispielsweise steuerte der Deutsche Derivate Verband zuletzt multimediale Erklärvideos bei.

Shopping zum Schluss

Wer am Ende noch etwas Zeit übrig hat, sollte auf jeden Fall auch einen Blick in den hauseigenen Museumsshop werfen. Denn hier finden sich neben den üblichen Accessoires wie T-Shirts, Tassen und Anhänger, auch viele in Farben und Formen unterschiedliche Bullen und Bären. Ein ganz besonderes Schmankerl für die Rosenheimer hat der Shop auch zu bieten: John Suchy – eigentlich berühmt für seine 3D-Darstellung der New Yorker Skyline. Anläßlich der Eröffnung des Hauses der Börse hat der Pop-Art-Künstler eine einzigartige Sonderedition für Rosenheim angefertigt. Rosenheim in 3D ist limitiert auf 275 Exemplare. Das erste Stück konnte Mu­seumschef Müller übrigens Oberbürgermeisterin Bauer zur Eröffnung überreichen. Von den 275 ­Exemplaren sind noch einige für 290 beziehungsweise 360 Euro erhältlich. Weitere Informationen und zahlreiche Bilder unter www.boersenmuseum.de.

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