BAT – chinesische Superhelden | 25.06.2018

Baidu, Alibaba und Tencent in einem Produkt

Baidu, Alibaba, Tencent – drei asiatische Superhelden erobern die Welt. Die chinesischen Internetgiganten haben begonnen, an der Vormachtstellung der amerikanischen Pendants Google, Amazon und Facebook zu kratzen. Wie es aussieht, könnte der Thronwechsel in der jeweiligen Sparte demnächst sogar gelingen. Anleger, welche am möglichen Erfolg der Chinesen partizipieren möchten, können das mit dem neuen BAT-Index-Zertifikat.

BAT - Chinesische Superhelden

Noch sind die Namen Baidu, Alibaba oder Tencent im Gegensatz zu Google, Amazon oder Facebook den meisten Deutschen nicht bekannt. Das wird sich aber höchstwahrscheinlich schnellstens ändern, denn alle drei Unternehmen weisen deutlich höhere Wachstumsraten als ihre bekannten amerikanischen Pendants auf. Der seit mehreren Jahren in Shenzhen lebende Michél Haese, CEO von Lapscreen.com, bringt es auf den Punkt: „Chinesische Technologieunternehmen legen eine ganz andere Entwicklungsgeschwindigkeit an den Tag. Während Unternehmen anderer Nationen noch nachdenken, bringen chinesische Firmen bereits die nächste Generation ihrer Produkte an den Markt.“ Den eigenen Heimatmarkt haben sie schon fest in der Hand, nun machen sich viele chinesische Technologieunternehmen auf, den Westen zu erobern.

AUF EINEN BLICK
WKN DS8BAT
Name BAT-Index Zertifikat
Brief 85,59 EUR
Laufzeit Open End
Quanto
Stand 26.09.2018 15:03:08 Quelle: Deutsche Bank AG

Baidu – der suchmaschinenbetreiber

Die chinesische Alternative zu Alphabet (Google) heißt Baidu. Wenn es um das Thema Internetsuche geht, kommt in China keiner mehr an Baidu vorbei. Das im Jahr 2000 von Robin Li und Eric Xu gegründete Unternehmen ist in China im Bereich Internetsuche mit Abstand der Marktführer. Vor allem nach dem Rückzug von Google aus Protest gegen die Zensur in China im Jahr 2010 stieg Baidu zur unangefochtenen Nummer Eins in dem Markt auf. Auch wenn derzeit noch weit über 90 Prozent des Geschäftes in China realisiert werden, gewinnt die internationale Expansion an Fahrt. Die Grenzen des Heimatmarkts sind längst überschritten: Nun ist Baidu auch in Ländern wie Brasilien, Ägypten, Indonesien, Japan oder Thailand vertreten – monatlich kommen weitere dazu. Deutschland und Europa stehen allerdings derzeit, so das Unternehmen, noch nicht auf der Agenda.

 

Google und Baidu im Vergleich

 

Die neusten Geschäftszahlen von Baidu können sich sehen lassen: Allein im ersten Quartal 2018 steigerte die Firma nach eigenen Angaben die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent auf 20,9 Milliarden Yuan (umgerechnet 2,77 Milliarden Euro). Fast 80 Prozent der Erlöse wurden im Bereich mobile Geräte erzielt. Das operative Ergebnis wurde sogar um 128 Prozent auf 4,6 Milliarden Yuan verbessert. Zuletzt feierte Baidu einen weiteren wichtigen Meilenstein: Anfang Juni ließ das Unternehmen verlauten, dass die Anzahl der Nutzer der Baidu-App, welche sowohl die allgemeine Internetsuche als auch die Suche nach personalisierten Nachrichten ermöglicht, die Marke von 150 Millionen überschritten hat. In der Vergangenheit hatten steigende Nutzerzahlen direkt sichtbare ­positive Auswirkung auf die Baidu-Geschäftsergebnisse. Anleger dürfen jedenfalls auf die kommenden Halbjahreszahlen gespannt sein.

Parallel zu diesem Erfolg treibt Baidu seinen Konzernausbau weiter voran. Neben dem autonomen Fahren ist ein weiteres Zukunftsthema des Unternehmens vor allem die Künstliche Intelligenz. Das hängt damit zusammen, dass die politische Führung in Peking das Ziel verfolgt, die chinesischen Firmen im Technologiesektor für die Zukunft aufzustellen. So soll beispiels-weise gerade der von Baidu präferierte Bereich der Künstlichen Intelligenz mit Unterstützung des Staates bis 2030 zu einer 150-Milliarden-Dollar-Industrie ausgebaut werden.

Alibaba – die e-commerce-plattform

Ein weiterer chinesischer Web-Riese ist Alibaba. Zu Beginn vergleichbar mit dem US-Internethändler Amazon, weiten die Chinesen ihr Angebot beispielsweise mit dem Bezahldienst Alipay und der Finanztochter Ant Financial mit rapider Geschwindigkeit aus. Alibaba konnte bisher regelmäßig mit starken Wachstumszahlen aufwarten: Laut Unternehmensangaben erzielte der Konzern im vierten Quartal des am 31. März endenden Geschäftsjahres 2017/18 Umsatzerlöse in Höhe von 9,87 Milliarden Dollar – ein Anstieg von sagenhaften 61 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf Gesamtjahressicht wurden die Erlöse mit einem Plus von 58 Prozent auf 39,90 Milliarden Dollar ebenfalls sehr deutlich gesteigert. Zudem prognostiziert das Management für das laufende ­Geschäftsjahr ein Umsatzplus von mehr als 60 Prozent. Dazu sollen neben den Internet-Handelsplattformen auch relativ neue, stark wachsende Bereiche wie das Cloud Computing beitragen.

 

Amazon und Alibaba im Vergleich

 

Wie im Fall Google/Baidu ist auch hier der amerikanische Wettbewerber Amazon im Reich der Mitte chancenlos: Während Alibaba im E-Commerce einen Marktanteil von rund 56 Prozent besitzt, sind es bei Amazon lediglich 0,8 Prozent. Die jährlich ansteigende Anzahl der Internetnutzer allein in China zeigt, wie groß das Potenzial ist: Waren es 2015 rund 685 Millionen Nutzer, so soll 2018 bei den Internetanschlüssen die Milliardenmarke überschritten werden. Auf der anderen Seite liegt das Niveau von Amazon natürlich weltweit gesehen für Alibaba noch in weiter Ferne (siehe Grafik S. 24). Auch ein Vergleich der Börsenbewertung oder der Mitarbeiteranzahl zeigt noch zwei Welten: Während Alibaba an der Börse zurzeit mit 538 Milliarden Dollar bewertet ist und 66 421 Mitarbeiter beschäftigt, kommt das amerikanische Vorbild Amazon auf 566 000 Mitarbeiter und einen Unternehmenswert von 833 Milliarden Dollar.

Tencent, Alibaba und Baidu im Vergleich

tencent – der internetdienstleister

Einer der interessantesten der neuen Internet-Giganten Chinas ist Tencent. Das Unternehmen beschäftigt sich mit Online-Spielen, Video-Plattformen, Internetwerbung oder Zahlungssystemen. Besonders populär ist zum Beispiel der in Deutschland noch weithin unbekannte Messenger-Dienst von Tencent: WeChat. WeChat gehört zu den beliebtesten Apps der Chinesen – so ziemlich jeder von ihnen benutzt sie. Auch im Ausland steigt die Zahl der Anwender immer weiter. Mittlerweile sind es weltweit schon mehr als eine Milliarde. Nur Face­book Messenger mit 1,3 Milliarden und WhatsApp mit 1,5 Milliarden Nutzern können das derzeit noch überbieten. Im Vergleich zu WhatsApp und vor allem zu Facebook Messenger hat WeChat unglaublich viele Vorteile wie Bezahlfunktion oder diverse Kontakttools. Der chinesischen App gegenüber erscheinen die Standardfunktionen von WhatsApp dagegen ziemlich überholt: Nachrichten schreiben, Bilder verschicken, Telefonieren und den Status teilen. Funktionsumfang und Innovationskraft von WeChat lassen die App auch international immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Dies sorgte zuletzt für beeindruckende Wachstumszahlen bei Tencent: Laut Konzernangaben wuchsen die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent auf 73,53 Milliarden Yuan (umgerechnet 9,8 Milliarden Euro). Der Nettogewinn kletterte sogar um 65 Prozent auf 24 Milliarden Yuan.

 

Facebook und Tencent im Vergleich

 

Besonders gut liefen die Geschäfte mit Online-Spielen und Social-Media-Angeboten. Die am Markt positiv aufgenommenen Zahlen für das erste Quartal 2018 haben der lange Zeit schwächelnden Tencent-Aktie wieder neues Leben eingehaucht. Die zwischenzeitliche Kursdelle zeigt aber, dass auch für Tencent die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die steile Kursrallye kam gegen Ende des vergangenen Jahres zum Erliegen. Offenbar ist ein großer Teil der positiven Wachstumsaussichten schon im Aktienkurs enthalten. Es bedarf daher neuer Impulse, um das Kurspotenzial zu entfachen. Zumal es die chinesischen Unternehmen bisher nicht immer leicht hatten, Wachstum außerhalb des chinesischen Heimatmarktes zu generieren. Schließlich werden sie zu Hause abgeschottet und vor ausländischer Konkurrenz geschützt – im Ausland jedoch nicht.

DIE wertvollsten Unternehmensmarken in Asien 2018 in Mio. us-Dollar

Drei Aktien – ein Produkt

Das X-markets-Team der Deutschen Bank hat ein Index-Zertifikat (WKN: DS8BAT) auf den BAT-Index emittiert. Der BAT-Index wird von der ICF BANK berechnet und bildet die Kursentwicklung der drei BAT-Werte gleichgewichtet ab. Er ist ein Net Total Return Index, die Nettodividenden werden daher in ihn reinvestiert. Mit dem BAT-Index-Zertifikat nehmen Anleger eins zu eins an der Wertentwicklung des BAT-Index teil. Das Zertifikat hat keine Laufzeitbegrenzung und es fallen keine Manage­mentgebühren an.

Fazit: Der chinesische Technologiesektor brummt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Regierung in Peking die Branche mit einer großzügigen Industriepolitik fördert und noch weitestgehend vor der weltweiten Konkurrenz bewahrt. Dabei kommt dem BAT-Trio eine besondere Rolle zu, denn Chinas Regierung hat die drei Konzerne dazu auserkoren, bestimmte Geschäftsfelder wie das autonome Fahren, smarte Städte oder die Medizintechnik voranzutreiben. Das eröffnet den drei Internetriesen neue Perspektiven und Chancen und könnte auch auf deren Börsenkurse weiterhin positive Auswirkungen haben. Weitere Infos zum Zertifikat gibt es unter www.bat.xmarkets.de.

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