Interview | 25.06.2018

Guillermo Londoño und seine kultigen Traumlandschaften

Guillermo Londoño und seine abstrakten Landschaftsbilder haben in seiner Heimatstadt Bogotá Kultstatus. Nach einem Kunststudium in Kolumbien und in Berkeley arbeitete er zunächst im Atelier von José Luis Cuevas, einem der gefeiertsten Künstler des 20. Jahrhunderts in Mexiko.

X-press: Was fasziniert Künstler und Sammler gleichermaßen an Bogotá?

Guillermo Londoño: Das Angebot ist einfach einzigartig. Die Stadt besteht ja eigentlich aus vielen kleinen Städtchen, der Süden, das alte Kolonialviertel, Downtown, die Innenstadt und der Norden. In Downtown finden sich noch günstige Räume für Ateliers. Ein paar Straßen weiter nördlich liegt das Museo de Arte Moderno und von dort kommt man zu Fuß schnell nach La Macarena. Dort sind viele wichtige Galerien wie Alonso Restrepo, NC-arte, El Dorado, La Balsa oder Valenzuela y Klenner, die sich erfolgreich weit weg von kommerzieller Kunst positioniert haben.

In San Felipe hat sich die alternative Kunstszene etabliert und im Norden finden sich angesagte Galerien wie Casas Riegner, Nueveochenta und andere, die Popstars wie Beatriz González, Fernando Botero oder bekannte junge Künstler wie Miler Lagos oder Miguel Ángel Rojas vertreten.



Guillermo Londoño
Guillermo Londoño wurde 1962 in Bogotá geboren. Seine Werke wurden nicht nur ­auf wichtigen Ausstellungen in Kolumbien, etwa im Museo de Arte Moderno de Bogotá (MAMBO), gezeigt, sondern auch in Miami, Tokio oder Madrid.



X-press: Was beeinflusst Sie beim Malen?

Guillermo Londoño: Für mich ist Malen eine Art tiefe Meditation. Beim Malen werde ich von der Liebe zum Malen beeinflusst, ich befinde mich dann auf einer besonderen mentalen Ebene. Es ist ein Moment der absoluten Konzentration, der aber von Intuition geleitet wird. Natürlich können dabei immer auch Fehler passieren. Aber ich sehe es so: Jede meiner Arbeiten ist eine Chance zur Unsterblichkeit, denn die Werke bestehen weiter, an welcher Wand sie später auch einmal hängen werden.

X-press: Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Guillermo Londoño: Ich liebe deutsche Maler; um mehr über ihre besondere Farbkraft zu erfahren, habe ich vier Jahre in Berlin gelebt. Es gibt eine Verbindung zwischen mir und den Schwingungen von Künstlern aus Deutschland. Meine Bilder reichen von figürlichen bis zu abstrakten Landschaften, sie stellen erfun-dene Welten dar, ob von dieser Erde oder anderen.

Das Interview führte Jürgen Wenzel

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