Anlagethema Onlineshoping | 23.10.2018

Shopping-Days

Black Friday, Cyber Monday oder Singles’ Day – nicht nur für rabatthungrige Schnäppchenjäger sind diese drei herbstlichen Shopping-Events wahre Feiertage. Auch bei den Unternehmen, die sich an ihnen beteiligen, könnten die Sektkorken knallen, denn für 2018 werden wieder Umsatzrekorde erwartet. Für Anleger ergeben sich ­Einstiegschancen – sogar mit Rabatt.

Shopping Feiertage 2018

Fast jeder kennt das: Schlechte Laune verfliegt, wenn man sich etwas gönnt. „Shop till you drop“ (Einkaufen bis zum Umfallen) ist daher fast so etwas wie ein Volkssport. Manche schreiben dem Einkaufen gar geradezu heilende Eigenschaften zu und sprechen von „Retail Therapy“ (Einzelhandelstherapie). Kein Wunder, dass der Handel reagiert und mit deutlichen Rabatten lockt: Jedes Jahr im Herbst scheinen Millionen Menschen weltweit dem Shopping-Rausch verfallen.

Neu ist das nicht, denn Rabattaktionen hat es eigentlich schon immer gegeben: Zog Anfang des 20. Jahrhunderts die „Weiße Woche“ mit Sonderangeboten für Wäsche oder Porzellan die Massen in die damals neuen Berliner Konsumtempel Wertheim oder KaDeWe, waren es in den jüngeren Jahren der Bundesrepublik vor allem Sommer- und Winterschlussverkauf, die für verstopfte Straßen, tumultartige Szenen an den Wühltischen und gestresste Shopper sorgten. Nach den jeweils 12-tägigen Einkaufsmarathons waren im besten Fall die Lager der Händler leer, die Kassen voll und die Verkäufer urlaubsreif.

Inzwischen hat die Bedeutung der Schlussverkäufe nachgelassen. Zum einen können sie seit 2004 praktisch zu jedem beliebigen Zeitpunkt durchgeführt werden, zum anderen hat sich die Modebranche stark verändert: Statt zweier Kollektionen pro Jahr liefern große Modeketten wie Zara, H&M oder Primark heute so gut wie wöchentlich neue Ware in die Läden. Dazu kommt die zunehmende Konkurrenz durch Outlet-Center wie Wertheim Village oder Outletcity Metzingen, die hochwertige Luxusprodukte aus der Vorsaison ganzjährig zu deutlich reduzierten Preisen offerieren.

online-revolution

Vor allem aber hat das Internet die Shopping-Welt drastisch beeinflusst. Vergleichsportale, Suchmaschinen und der einfache Zugang zu einem globalen Warenangebot haben auch die Einkaufsgewohnheiten verändert: Einfach das Label des soeben anprobierten schicken Designeroberteils per Smartphone einscannen, kurz Angebote vergleichen und dann sofort zum günstigeren Preis beispielsweise in Italien direkt bestellen – kein Problem, denn innerhalb des europäischen Binnenmarkts können Waren zollfrei und unkompliziert versandt werden.

die kraft der marke

Dennoch ist nicht die ganze Welt ein Sonderangebot: Starke Marken achten immer mehr auf Preishygiene und nehmen über eigene Onlineshops, Flagshipstores oder Showrooms entscheidenden Einfluss auf die Straßenpreise ihrer Produkte. Damit ist es beispielsweise Apple gelungen, in der notorisch rabattfreudigen Computer- und Unterhaltungselektronikwelt feste Preise durchzusetzen und so die eigene Marge besser zu steuern. Das iPhone aus dem Vorjahr unterliegt eben nicht einem schleichenden Preisverfall, sondern wird von Apple bis zum Erscheinen eines neuen Modells zum vollen Preis verkauft beziehungsweise an Wiederverkäufer abgegeben. Ist das Nachfolgemodell dann am Markt, gibt es einen Preisabschlag auf den Vorgänger. Apple-Produkte zum Spottpreis sucht man vergebens.

Umso größer ist die Spannung, wenn dann doch die Preise gesenkt werden. Apple geht hierbei erneut eigene Wege: Beim Shopping-Event im Apple Store im November letzten Jahres bekamen die Käufer keine Rabatte gewährt, sondern je nach Höhe ihres Einkaufs Musik- und Softwaregutscheine im Wert zwischen 25 und 150 Euro geschenkt. Dabei waren die neuesten Handymodelle ohnehin ausgenommen. Mehrumsätze im iTunes Store zu generieren anstatt Rabatte zu geben kann sich aber wohl nur Apple leisten. Für Vielhörer mag sich die Aktion sogar gelohnt haben, auf das befriedigende Gefühl, bei der Schnäppchenjagd einen besonders großen Rabatt erzielt zu haben, mussten sie allerdings verzichten.

DISCOUNT-ZERTIFIKAT AUF APPLE
WKN DS5LWA
Name Apple Inc. Discount-Zertifikat
Brief 116,73 EUR
Cap 145,00
Laufzeit 19.12.2019
Quanto
Stand 21.11.2018 15:43:47 Quelle: Deutsche Bank AG

drei tage im herbst

Das heißt jedoch nicht, dass der Shopping-Rausch, der Ende November tobt, ohne die prestigeträchtigen Hightech-Produkte mit dem Apfel auskommen muss. Ganz im Gegenteil: Nur beteiligt sich Apple eben nicht immer direkt an Rabattaktionen. Zahlreiche Webseiten widmen sich dem Thema, wann und wo man die besten Deals auf Apple-Produkte bekommt. Anders als beim Schlussverkauf, bei dem durch reduzierte Preise Platz für die Ware der neuen Saison geschaffen werden soll, werden bei den drei großen Shopping-Tagen Black Friday, Cyber Monday und Singles’ Day die Preise nur kurzfristig für jeweiligen 24 Stunden reduziert. Per Rabatt sollen so unschlüssige Kunden zum Kauf motiviert werden. Nach den Aktionstagen gelten wieder die höheren Preise.

Deals by category

schwarzer freitag

Die längste Tradition der drei Shopping-Tage des Herbstes hat der Black Friday, der seit Mitte der 60er Jahre so bezeichnete Freitag nach Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest am vierten Donnerstag im November. Für viele Amerikaner ist Thanksgiving das wichtigste Familienfest des Jahres. Sie nutzen traditionell diesen Brückentag, um die ersten Weihnachtseinkäufe zu tätigen. Auch heute noch kommt es dabei zu übervölkerten Shopping-Malls, Massenaufläufen vor Geschäften oder zu Verletzten und Schlägereien. Die Amerikaner gaben 2017 sagenhafte 5,03 Mrd. Dollar an diesem einen Tag aus. An Thanksgiving selbst waren es 2,87 Mrd. Dollar.

 

Black Friday

 

onlineshops kontern

Seit 2005 gibt es am ersten Montag nach Thanksgiving außerdem den Cyber Monday, an dem Onlineshops mit Preisnachlässen locken. Mit Erfolg: Seit 2010 stieg an jedem Cyber Monday der Umsatz gegenüber dem Vorjahr zweistellig. 2017 wurden 6,59 Mrd. Dollar umgesetzt – zusätzlich zu den 50 Mrd. Dollar, die vom 1. bis zum 27. November erzielt wurden. Dabei kehren sich hier bisherige Einkaufsgewohnheiten um.

 

Cyber Monday

Taylor Schreiner von Adobe Insights: „In diesem Jahr dominierte Mobile Shopping sowohl morgens als auch am Nachmittag. Erst abends, wenn die Menschen zu Hause waren, schaffte der Desktop-Computer ein Comeback.“ Vor allem Kinderspielzeug, aber auch Fernseher, Tablets und Spielekonsolen fanden den Weg in die Warenkörbe der Shopper. 2016 waren dies übrigens auch die Artikel mit den größten Preisnachlässen. Der Cyber Monday ist längst der größte Shopping-Tag des Jahres. An den drei Tagen Thanksgiving, Black Friday und Cyber Monday wurden 2017 in den USA insgesamt fast 15 Mrd. Dollar umgesetzt. 2018, da sind sich die meisten Experten einig, wird keine Ausnahme sein und den Händlern wieder neue Rekordumsätze bescheren.

Super Discount

der grösste event der welt

So gigantisch die Summen auch anmuten mögen – verglichen mit dem weltweit größten Shopping-Event, dem chinesischen Singles’ Day, sind es fast kleine Fische: Allein Online-Riese Alibaba nahm 2017 25,3 Mrd. Dollar ein (2016: 17,8 Mrd. Dollar) – an einem einzigen Tag. Fast genauso erfolgreich: Konkurrent JD.com mit 19,1 Mrd. Dollar. Anfang der 90er Jahre aus einem studentischen Ulk entstanden, hat sich der Singles‘ Day als selbstironisches Gegenstück zum Valentinstag in der chinesischen Alltagskultur mit speziellen Gerichten, Themenpartys und zahlreichen Veranstaltungen fest etabliert. Was anfangs ein Event (männlicher) chinesischer Junggesellen war, hat inzwischen Länder- und Geschlechtergrenzen übersprungen. Onlineplattformen wie Alibaba haben schnell erkannt, dass sie am Singles’ Day eine klar definierte Gruppe konsumfreudiger junger Menschen mit auf sie abgestimmten Marketingmaßnahmen gezielt ansprechen können. Sie sprangen selbstverständlich auf den Zug auf und konnten so erhebliche Mehrumsätze generieren.

alibaba kassiert und kassiert

Für Alibaba sind die Umsätze der gleichnamigen Onlineplattform längst nicht der einzige Grund zur Freude. Ein Großteil der Käufe wird nämlich über Alipay, die Online-Payment-Tochter von Alibaba, bezahlt: 2017 waren es unglaubliche 1,48 Milliarden Zahlungsvorgänge innerhalb von 24 Stunden. Der Versand der 812 Millionen Pakete wurde übrigens von Cainiao abgewickelt, einem weiteren Unternehmen der Alibaba-Gruppe. Doch nicht nur für chinesische Firmen ist der Singles’ Day ein wichtiger Umsatzfaktor: Deutschland liegt hinter Japan, den USA und Australien auf Platz vier der Singles’-Day-Profiteure. 60 000 internationale Marken und Unternehmen aus 225 Ländern freuten sich im vergangenen Jahr über die einkaufslustigen ledigen Chinesinnen und Chinesen. 90 Prozent der Umsätze werden übrigens mobil getätigt.

 

alibaba, jd, MediaMarkt

DISCOUNT-ZERTIFIKAT AUF ALIBABA
WKN DS5EKL
Name Alibaba Group Holding Ltd. (ADR) Discount-Zertifikat
Brief 108,23 EUR
Cap 145,00
Laufzeit 19.12.2019
Quanto
Stand 21.11.2018 15:43:48 Quelle: Deutsche Bank AG

Auch in Deutschland ist der Singles’ Day angekommen: So veranstaltet die Ceconomy-Tochter MediaMarkt in diesem Jahr bereits zum dritten Mal einen Singles’ Day und verspricht „ein einzigartiges Preisvergnügen – und das nicht nur für Singles“. Dass der 11. November diesmal auf einen Sonntag fällt, macht beim Onlineshopping keinen Unterschied.

amazon will den markt aufrollen

Neben Apple war es vor allem der weltweit größte Einzelhändler Amazon, der die Onlineshopping-Events auch in Deutschland populär gemacht hat. Mit dem Prime Day veranstaltet Amazon einen eigenen Event, wobei sich dessen Angebote speziell an die Abonnenten von Amazons Premium-Service „Prime“ richten. Das im Juli stattfindende 36-stündige Ereignis wird durch entsprechende Kampagnen auf der Amazon-Website wirkungsvoll vorbereitet. Mehr als 100 000 000 Produkte hat das Online-Versandhaus 2018 weltweit so verkauft und damit nach eigenen Angaben sowohl die Umsätze am Black Friday als auch die am Cyber Monday getoppt. An diesen beiden Events ist Amazon natürlich ebenfalls beteiligt.

Dabei landen immer mehr Modeartikel in den Warenkörben der Käufer. Nach dem erfolgreichen Markteintritt mit eigenen E-Book-Readern, Tablets und Smart Speakern setzt Amazon auch bei Kleidung vermehrt auf Eigenmarken. Anders als bei der genannten Hardware sind Letztere jedoch nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Hinter Labels wie Find, Truth & Fable oder Iris & Lilly werden wohl nur die wenigsten Kunden das Versandhaus selbst vermuten. Mit ihnen will das Unternehmen aus Seattle dem traditionellen Markenangebot der Fußgängerzonen Konkurrenz machen und zu den führenden Modehändlern und -herstellern aufsteigen. Der Markt ist zwar heiß umkämpft, lockt aber auch mit interessanten Gewinnspannen. Von der verlängerten Wertschöpfungskette verspricht sich Amazon eine bessere Kontrolle der Margen. Ob das Kalkül aufgeht, wird sich zeigen – detailliertes Wissen über den Kundengeschmack hat Amazon auf jeden Fall.

ziegel und mörtel

Neben Kleidung hat Amazon-Boss Jeff Bezos schon vor mehr als zehn Jahren eine weitere Branche als entscheidend für den künftigen Unternehmenserfolg identifiziert: den Lebensmittelhandel. Auch hier will er mit Verve angreifen. Mit Amazon Pantry hat das Unternehmen bereits einen virtuellen Supermarkt eingerichtet, doch die Ambitionen von Bezos reichen weiter: Derzeit wird in den USA unter dem Namen „Amazon Go“ ein stationäres kassenloses Supermarktkonzept getestet. Eine Smartphone-App bucht beim Verlassen des Ladens einfach automatisch alle Artikel in der Einkaufstüte auf das Amazon-Konto des Käufers.

Bis 2021 sollen in den USA 3000 dieser Märkte für den schnellen Einkauf unterwegs entstehen. Das würde eine Verschiebung im Lebensmittelhandel bedeuten, denn Marktführer 7-Eleven mit seinen derzeit 8600 Filialen bekäme damit erhebliche Konkurrenz. Zudem betreibt Amazon bereits in 15 Städten der USA Buchläden. Dass der Online-Spezialist zunehmend in den stationären Einzelhandel (Brick and Mortar) einsteigt, könnte eine weitere Revolution im Handel ankündigen.

DISCOUNT-ZERTIFIKATE AUF AMAZON, CECONOMY UND JD.COM

WKN Name Brief Cap Laufzeit Quanto
DS37YX Amazon.com Inc. Discount-Zertifikat 1166,37 EUR 1600,00 19.12.2019
DS4178 Ceconomy AG (ex Metro) Discount-Zertifikat 3,70 EUR 6,50 19.12.2019
DS7HCD JD.com Discount-Zertifikat 14,06 EUR 20,00 19.12.2019
Stand 21.11.2018 15:43:48 Quelle: Deutsche Bank AG

die zukunft des handels

Wie die künftige Handelslandschaft auch aussehen wird: Gekauft wird immer. Nicht nur während Shopping-Events und nicht nur im Internet. Doch was heißt das für Anleger? Sie können sich mit Anlageprodukten auf Handelsunternehmen Zugang zu der enormen Kaufkraft von Märkten wie den USA oder China erschließen und ihr Portfolio um diese Renditeoptionen ergänzen. Discount-Zertifikate bieten einen verbilligten Einstieg in den Basiswert und sind so das ganze Jahr ein Schnäppchen. Am besten gleich auf www.xmarkets.de vorbeischauen und Discounter shoppen gehen.

 

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