Die Chinesen kommen | 24.09.2018

Xiaomi greift an

Von Zurückhaltung hält man bei der chinesischen Hightech-Schmiede Xiaomi offenbar wenig: Vier Jahre nach der Gründung war das Unternehmen 2014 kurzzeitig die Nummer eins unter den Handyherstellern in China. Nun beflügeln neue Modelle die Fantasie der Kunden. Anleger freuen sich über die ersten Discount-Zertifikate auf die Aktie.

Xiami greift an

Wer hätte das gedacht: Zu den am häufigsten diskutierten Geräten des Smartphone-Herbstes 2018 gehört mit dem Mi Mix 3 ein Produkt des in Deutschland bislang wenig bekannten chinesischen Herstellers Xiaomi. Das neue Spitzenmodell der Chinesen verfügt über ein fast rahmenloses Display und kommt sogar ohne die unter Apple-Fans heiß umstrittene Ausbuchtung für Kamera und Lautsprecher am oberen Displayrand aus. Die Lösung, die Xiaomi für dieses Problem gefunden hat, ist durchaus clever: Um die Kamera nutzen zu können, muss man das Display leicht verschieben. Zudem unterstützt das schicke Android-Gerät als weltweit erstes Telefon serienmäßig den kommenden schnellen Mobilfunkstandard 5G, der ab 2020 LTE ersetzen wird. Mit diesem Ausstattungsmerkmal können Benutzer derzeit zwar wenig anfangen, schließlich wurde der erste europäische Sendemast erst Ende 2017 in Berlin in Betrieb genommen, es demonstriert aber die Entwicklungskompetenz der Xiaomi-Ingenieure und die Ambi­tionen der Unternehmensleitung. Dabei sind technische Leckerbissen nicht einmal die spannendste Eigenschaft des Xiaomi Mi Mix 3.

  

DISCOUNT-ZERTIFIKATE AUF XIAOMI

WKN Name Brief Cap Laufzeit Quanto
DS61K8 Xiaomi Corp Discount-Zertifikat 1,28 EUR 15,00 19.09.2019
DS61K7 Xiaomi Corp Discount-Zertifikat 1,15 EUR 12,00 19.09.2019
Stand 16.10.2018 20:10:19 Quelle: Deutsche Bank AG

Was Tester wie Kunden in Aufregung versetzt, ist nämlich das Preisschild: Um die 600 Euro, so wird spekuliert, könnte das Hightech-Geschoss kosten – und damit deutlich unter den Preisen der Topmodelle von Apple, Samsung oder Huawei liegen. Die Markteinführung wird spätestens für Oktober erwartet. Entsprechend euphorisch ist die Reaktion der Smartphone-Gemeinde: Das Mi Mix 3, davon ist der Technikblog Giga überzeugt, werde den Smartphonemarkt verändern. Andere Stimmen sind etwas zurückhaltender, schwärmen aber vom „Zukunfts-Feature“ 5G.

DIe chinesen kommen

Der Hype um die Ankündigung des neuen Telefons einer bislang in Deutschland wenig beachteten Marke zeigt, dass sich chinesische Anbieter schon lange nicht mehr damit begnügen, veraltete Technik wenig aufregend verpackt zu einem günstigen Preis anzubieten. Hersteller wie Huawei, Oppo oder eben Xiaomi schicken sich mehr und mehr an, mit innovativer Technik und attraktivem Produktdesign den Platzhirschen aus den USA und Südkorea die Stirn zu bieten. Zusammen kommen Huawei, Oppo und Xiaomi im zweiten Quartal 2018 auf einen welt­weiten Marktanteil von 30,2 Prozent. Aktuell liegt Apple mit einem Marktanteil von 12,1 Prozent noch vor Xiaomi mit 9,3 Prozent.

 

Smartphone-Absätze weltweit

 

Trotz des ambitionierten Vorstoßes in höherpreisige Regionen hat Xiaomi natürlich eine ganze Reihe deutlich preiswerterer Modelle im Programm, mit denen das Unternehmen beispielsweise die Marktführerschaft in Indien eroberte. Dass auf ihnen mit Android das gleiche Betriebssystem wie auf den teureren Geräten von Samsung, LG, Sony oder Google läuft, dürfte dem Reiz der Günstig-Smartphones auch auf entwickelten Märkten keinen Abbruch tun.

Was Xiaomi sonst macht

2010 gegründet, ist Xiaomi ein junges Unternehmen und beim Blick auf das Produktportfolio wird schnell klar, wer das Vorbild ist: So hat der Konzern ein Notebook sowie mit der Mi Box eine vor allem bei jüngeren Chinesen beliebte TV-Box im Programm, die beide von entsprechenden Produkten eines amerikanischen Herstellers inspiriert scheinen. Ein Fitnessarmband, Fernseher, elektrische Personentransporter, zahlreiche Smart-Home-Produkte wie Saugroboter sowie Internet-Dienste im Heimatmarkt China runden das Portfolio ab. Seit Mai verkauft das Unternehmen seine Produkte in den USA über Amazon und ist mit einem ersten eigenen Geschäft in Mitteleuropa im Umland von Wien vertreten.

enttäuschender IPO und gute zahlen

Dennoch war der Börsengang in Hongkong Anfang Juli eine Enttäuschung: Die Aktien mussten am unteren Ende der Preisspanne angeboten werden, der erste Schlusskurs lag unter dem Ausgabekurs und der Erlös von 5 Mrd. Dollar blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ein Grund dafür war der ungünstige Zeitpunkt des IPOs: Kurz zuvor hatten nämlich Sparten der Technologiegiganten Alibaba und Tencent ihren Gang an die Börse angekündigt.

Der Stolper-Start steht im Gegensatz zu den Ende August veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal: Mit einem Plus von 68 Prozent beim Konzernumsatz und einem Gewinn von 1,84 Mrd. Euro fallen die nämlich überzeugend aus. Dabei konnte das Geschäft mit Elektronik um 100 Prozent, die Smartphone-Division um 59 Prozent zulegen. Sollten die neuen Telefone am Markt ankommen, könnte sich dieser Trend fortsetzen.

X-markets hat exklusiv die ersten Discount-Zertifikate auf Xiaomi auf den Markt gebracht. Mit diesen können Anleger mit einem Abschlag von knapp 32 bzw. 20 Prozent in die Aktie einsteigen und haben so die Möglichkeit, an einem eventuellen Erfolg der Expansionsstrategie des Unternehmens teilzuhaben.

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