Kolumne | 22.03.2019

Wo ist Bruce Willis?

Der deutsche Astronom Gustav Witt entdeckte im Jahr 1898 den ersten bekannten erdnahen Asteroiden, er wurde „(433) Eros“ getauft.

Nun gut, wir ­wollen jetzt hier nicht rätseln, was Herrn Witt zu dieser seltsamen Namensgebung veranlasst hat. Der 34  x 11 x 11 Kilometer große Kleinplanet (würde also für einen Marathonlauf reichen) bewegt sich auf relativ stabiler Bahn um die Sonne. Laut Berechnungen von Astronomen allerdings „nur“ noch 20 Millionen Jahre, danach droht der Sturz in die Sonne. In die Schlagzeilen brachte den Asteroiden sein hoher Gehalt an Metallen wie Aluminium, Platin und Gold. Nach Berechnungen aus dem Jahr 1998 schlummern ungefähr 20 Milliarden Tonnen Gold in (433) Eros, also mehr als das 100 000-Fache der bisher geförderten Goldmenge auf der Erde. Schluck! Das Gold wäre heute somit über 800 Billiarden Euro wert – allerdings nur theoretisch, da bei einer solchen Fördermenge der Goldpreis wohl ins Bodenlose fallen dürfte. Ich vermute zwar, dass es etwas schwer werden dürfte, dieses Gold zu bergen, aber man kann ja nie wissen! Deswegen ist es Zeit, Mr. Bruce Willis zur Hilfe zu rufen – die Reiferen unter uns werden sich an den Film „Armageddon“ erinnern, in dem er einen Asteroiden, der auf die Erde zurast, zerstört. Wir sind uns in ­diesem Fall einig, der Asteroid muss verschwinden! Nichtsdestotrotz sollten wir uns hier vielleicht entspannen. Schließlich war der Versuch des Goldpreises, Ende Februar den hartnäckigen Widerstand bei 1360 Dollar/Unze aus dem Weg zu räumen, nicht von Erfolg gekrönt. Allerdings erzielte er mit 1346 Dollar/Unze denn doch den höchsten Stand seit Frühjahr 2018. Und in Euro betrachtet sogar den höchsten Stand seit knapp 22 Monaten. Seitdem gab der Goldpreis zwar wieder leicht nach, dies hing sicherlich mit einem etwas größeren Konjunkturpessimismus, steigenden Aktienkursen und einem festeren Kurs des Dollar zusammen. Trotz alledem hielt sich Gold aber recht gut. Mittlerweile gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass das Zinsumfeld weiterhin sehr niedrig bleiben wird. Und auch der Dollar hat seinen Marsch aufwärts nun vielleicht unterbrochen. Das bedeutet, Gold könnte eventuell doch noch einmal Luft holen und den bereits genannten Widerstand von 1360 Dollar/Unze aus dem Weg räumen.

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