Interview | 28.06.2019

„Wir haben alleine in diesem Jahr noch drei wichtige Kunstmessen“

Kunst aus Johannesburg fasziniert die internationale Kunstwelt. Seit über 40 Jahren begleitet der Kunsthändler und Herausgeber David Krut als Akteur und Beobachter die besonders bunte Kunstszene der Millionenmetropole. Im X-press-Interview verrät Krut, welche Höhepunkte in diesem Jahr noch zu erwarten sind.

X-press: Was macht die Kunstszene von Johhannesburg so spannend?

David Krut: Johannesburg ist eine unglaublich dynamische Stadt, die wie ein Magnet auf talentierte Menschen wirkt. Auktionshäuser haben vor geraumer Zeit damit begonnen, Contemporary Art anzubieten und eine Menge junger Leute mit Geld interessieren sich inzwischen dafür. Das ist genau das richtige Umfeld, das Künstlern die Möglichkeit gibt, auf sich aufmerksam zu machen.

X-press: Was hat sich auf Seiten der Kunstsammler verändert?

David Krut: Früher kannten 80 Prozent der Bevölkerung die Bedeutung von Kunst nicht, in keiner der neun Sprachen der schwarzen Bevölkerung gibt es überhaupt ein solches Wort. Das hat sich geändert, seit Künstler gezielt von Unternehmen gefördert wurden. Heute haben wir eine breite südafrikanische Sammlerszene und auch lokale Künstler, die international sehr gefragt sind. Ich war zum Beispiel gerade erst bei einer Ausstellungseröffnung von William Kentridge in Basel. Er ist einer der südafrikanischen Künstler, die internationale Sammler auf sich aufmerksam machen konnten.

X-press: Welches sind die Höhepunkte im diesjährigen Kunstkalender?

David Krut: Seit 2013 hat sich die „Turbine Art Fair“ zu einer treibenden Kraft für die afrikanische Kunstszene entwickelt. Sie findet in diesem Jahr vom 11. bis zum 14. Juli statt. Im Sandton Convention Center trifft sich vom 13. bis zum 15. September bereits zum elften Mal die Kunstwelt zur traditionellen „FNB Art Fair“. Und zur gleichen Zeit gibt es in diesem Jahr die Premiere der „Latitude Art Fair“ direkt am Nelson-Mandela-Platz.

Das Interview führte Jürgen Wenzel

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