Zertifikate für jede Marktlage | 24.05.2019

Einsteigen? Laufen lassen? Aussteigen?

Die Finanzmärkte befinden sich derzeit in schwierigem Terrain. Auf der einen Seite müssen eine Reihe von Quartalszahlen verdaut werden, daneben bleibt der Zollstreit zwischen den USA und China weiter präsent. Auf der anderen Seite liefern noch zahlreiche Marktdaten, speziell in Deutschland und den USA, positive Signale. Gerade in diesen wechselhaften Zeiten können Zertifikate ihre Stärke ausspielen.

Zertifikate für unterschiedliche Märkte

Das Zünglein an der Waage spielt derzeit fast täglich der amerikanische Präsident Donald Trump. Je nachdem wie er sich gerade äußert, sacken die Börsen weltweit ab oder legen deutlich zu. So geschehen Mitte Mai, nachdem die Handelsgespräche zwischen den USA und China ohne Ergebnis beendet wurden und Trump kurz darauf eine deutliche Erhöhung der Zölle ankündigte. Den umgekehrten Fall bescherte er den Märkten wenige Tage danach, als bei Bloomberg die Verschiebung der Erhöhung der Zölle auf Auto­importe aus der EU mitgeteilt wurde. Kaum lief die Nachricht über den Ticker, dass die Autozölle um bis zu sechs Monate verschoben werden sollen, kletterte beispielsweise der Dax innerhalb weniger Minuten um fast 200 Punkte nach oben. Ohne konkrete Quellen hieß es bei Bloomberg nüchtern, dass Trump die Entscheidung über Zölle um bis zu sechs Monate aufschieben will. Als Grund wurde genannt, dass neben dem Handelskonflikt mit China nicht auch noch die Situation mit der EU und Japan eskalieren soll. Am Markt sorgte dies für etwas Beruhigung, nachdem die Eskalation im Handelsstreit und die Lage im Nahen Osten die Börsen zuletzt deutlich unter Druck gebracht hatten. Der autolastige Dax profitierte von der Erholung besonders (siehe auch Seite 22). Binnen Minuten kletterten die Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW an diesem Tag entsprechend deutlich nach oben. Doch auch andere ­zyklische Werte wie Infineon, Continental oder thyssenkrupp konnten nach der Bloomberg- Meldung deutlich zulegen.

Arbeitsmarkt und Konjunkturdaten

Sowohl der deutsche Arbeitsmarkt als auch die deutsche Konjunktur zeigen sich im Gegensatz zur Weltwirtschaft weiterhin robust. Die Arbeitslosenquote fällt seit Jahren kontinuierlich (siehe Diagramm unten). Nach vorläufiger Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes gab es im April 2019 rund 4 658 000 erwerbsfähige Empfänger von Arbeitslosengeld. Im Vergleich zum April 2018 ist die Zahl der Menschen, die Lohnersatzleistungen oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende erhalten haben, damit um weitere 205 000 Personen gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt weiter, auch weil die Unternehmen sich zunehmend die knappen Arbeitskräfte sichern. Die deutsche Wirtschaft befindet sich laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im zehnten Jahr in Folge auf Wachstumskurs. So rechnet die Bundesregierung auch für das gesamte Jahr 2019 mit einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent – für das Jahr 2020 wird dann ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet.

Steigender Markt
WKN DE04YH
Name DAX Index-Zertifikat
Brief 116,07 EUR
Laufzeit 17.12.2020
Stand 17.08.2019 19:54:49 Quelle: Deutsche Bank AG

Starkes erstes Quartal

Die deutsche Wirtschaft konnte im ersten Quartal deutlich wachsen. Die starke Binnenwirtschaft trotzte in diesem Zeitraum dem gegenwärtig unruhigen außenwirtschaftlichen Umfeld. In den binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleistungsbereichen wurde die Wertschöpfung teilweise kräftig ausgeweitet. Im stärker exportorientierten Produzierenden Gewerbe ging sie zurück. Auf der Nachfrageseite zeigten sich die Verbraucher zu Jahresbeginn außerordentlich konsumfreudig. Und die Unternehmen investierten nach Aussage des Statistischen Bundesamtes trotz ihrer gedämpften Geschäftsaussichten kräftig. Sowohl die deutschen Exporte als auch die Importe wurden ausgeweitet. Ihre Schwächephase hat die deutsche Wirtschaft mit dem guten Einstieg in das Jahr 2019 aber noch nicht überwunden. Dies dürfte sie erst dann nachhaltig tun, wenn sich das außenwirtschaftliche Umfeld wieder etwas aufhellt und die Verunsicherung, verursacht insbesondere durch die Handelskonflikte, abnimmt. Gegenwärtig signalisieren die vorausschauenden Indikatoren noch eine merklich gedämpfte Industriekonjunktur.

Arbeitslosenquote

strauchelnde Weltwirtschaft

Bis auf wenige Ausnahmen, wie beispielsweise die USA, welche wie Deutschland auch im ersten Quartal viele Analysten mit guten Daten überraschten (siehe Kolumne Dr. Ulrich Stephan, Seite 10), befinden sich die Volkswirtschaften der Welt derzeit in einer Schwächephase. Bereits seit November geht der Welthandel tendenziell zurück. Die internationale Industrieproduktion war zuletzt laut dem Bundesministerium für Finanzen ebenfalls sowohl in vielen entwickelten Volkswirtschaften als auch in den meisten Schwellenländern rückläufig. Der Stimmungsindikator IHS Markit PMI für die globale Industrie zeigt seit einem Jahr abwärts. Im April 2019 fiel er nun auf den niedrigsten Stand seit Juni 2016. Das anerkannte ifo Weltwirtschaftsklima hat sich für das zweite Quartal 2019 zwar verbessert, bleibt aber unterkühlt. Angesichts dieser Indikatorenlage und der Häufung globaler Risiken gehen zahlreiche internationale Wirtschaftsinstitute von einer weniger dynamischen, aber weiterhin aufwärtsgerichteten globalen Entwicklung aus.

Seitwärts laufender Markt
WKN DC3757
Name DAX Bonus-Zertifikat mit Cap
Brief 148,67 EUR
Barriere 10000,000
Distanz zur Barriere 0,00
Cap 17500,00
Seitwärtsrendite p.a. 20,44 %
Laufzeit 18.06.2020
Bezugsverhältnis 0,010
Stand 17.08.2019 19:54:50 Quelle: Deutsche Bank AG

Für alle situationen gewappnet

Die aktuelle globale wirtschaftliche und politische Situation macht es Anlegern nicht leicht, die Lage an den Börsen einzuschätzen. Unter solchen Bedingungen können Zertifikate in ihrer ganzen Vielfalt ihre volle Stärke ausspielen. Denn für jeden Markt gibt es das richtige Zertifikat. Dabei ist der Anleger jedoch selbst ein wenig gefordert, denn aus den vorgegebenen Marktdaten muss er seine eigenen Schlüsse ziehen. Letztendlich kommt es darauf an, den weiteren Verlauf der Börse vorauszusehen. Denn je nach Bewegung können Zertifikate gewinnen oder verlieren. Für steigende Aktienmärkte eignen sich beispielsweise Dax-Index-Zertifikate. Steht der Dax z.B. bei 12 000 Punkten, kostet ein Zertifikat, das 1/100 des Wertes besitzt, ca. 120 Euro. Legt der Dax nun auf einen Wert von 12 500 Punkten zu, erhöht sich auch der Wert des Zertifikats auf 125 Euro. Geht es dagegen auf 11 500 Punkte nach unten, ist das Zertifikat nur noch 115 Euro wert. Der Wert des Zertifikats korrespondiert in diesem Beispiel also unmittelbar eins zu eins mit dem Dax.

Fallender Markt
WKN DS9KAU
Name DAX Reverse Bonus-Zertifikat mit Cap
Brief 55,03 EUR
Barriere 13500,000
Cap 10500,00
Seitwärtsrendite p.a. 0,00 %
Laufzeit 20.09.2019
Bezugsverhältnis 0,010
Stand 17.08.2019 19:54:50 Quelle: Deutsche Bank AG

Stagnation und fallende märkte

Das Beste an Zertifikaten ist jedoch, dass Anleger damit auch in Seitwärtsphasen und sogar bei fallenden Märkten mit ihren Investments erfolgreich sein können. So eignen sich bei stagnierenden oder auch leicht fallenden Börsen beispielsweise Bonus-Zertifikate. Wenn das Bonus-Zertifikat unterhalb des Bonus-Levels gekauft wird, kann der Anleger eine Rendite erwarten, auch wenn der Basiswert sich seitwärts bewegt oder leicht fällt. Einzige Voraussetzung für die Bonuszahlung: Die Barriere darf nicht berührt werden. Der Abstand des Kurses des Basiswerts zur Barriere bildet demnach einen Schutz vor Verlusten. Wird die Barriere während der Laufzeit berührt, erfolgt eine Rückzahlung zum Kurs des Basiswerts. Reverse Bonus-Zertifikate sind die Produkte für schlechte Zeiten. Denn mit ihnen setzt der Anleger auf eine fallende Kursentwicklung des Basiswerts. Sofern der Kurs beispielsweise des Dax die Barriere nicht erreicht oder überschritten hat, erhält der Anleger am Laufzeitende mindestens einen Bonusbetrag. Im Beispiel nebenan, beim Zertifikat mit der WKN DS9KAU, wären es 55 Euro. Damit könnte auch bei leicht steigenden Kursen bis zu einem Dax-Stand von 13 500 Punkten eine positive Rendite erzielt werden. Sofern die Barriere berührt oder überschritten wurde, erlischt der Bonusmechanismus und dem Anleger drohen Verluste. Im Extremfall erleidet er einen Totalverlust seines eingesetzten Kapitals.

Große auswahl an produkten

Privatanleger, welche an der Börse selbstständig ihre Entscheidungen treffen und ihr Geld in Aktien, Zertifikate oder Optionsscheine anlegen, verbinden dieses Engagement meist mit der Erwartung steigender Kurse. Wer allerdings lange Zeitreihen betrachtet, sieht zwar seine Erwartung bestätigt: Über große Zeiträume steigen die Aktienmärkte. Trotzdem ist es kein Geheimnis, dass der grundsätzlich aufwärtsgerichtete Trend regelmäßig durch Phasen stagnierender oder gar fallender Kurse unterbrochen wird. Das muss nicht gleich ein gewaltiger Crash sein. Auch eine Konsolidierungsphase kann die Kurse deutlich unter Druck geraten lassen. In diesen für den Anleger eher schwierigen Phasen können mit den zuletzt genannten Zertifikaten positive Renditen erwirtschaftet werden. Weitere Produkte für stagnierende und fallende Märkte gibt es auf www.xmarkets.de.

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