Megatrend Datendienste | 29.04.2019

Cloud & Big Data

Die Verarbeitung riesiger Datenmengen in Echtzeit und der jederzeitige Zugriff auf sie von jedem Endgerät aus sind für private Nutzer wie für Unternehmen und Ihre Mitarbeiter längst gelebte Realität. Immer leistungsfähigere Technick erlaubt mehr flexibilität – nicht nur am Arbeitsplatz. Das bietet nicht nur Marktteilnehmern Chancen, sondern eröffnet auch Anlegern zusätzliche Optionen. Ein neues Index-Zertifikat von X-Markets sorgt dafür, dass das Investieren in Cloud & Co. auch für Privatanleger kein Wolkiger Traum bleiben muss.

Längst haben wir uns daran gewöhnt, dass uns beim Online-Shopping sofort passendes Zubehör für einen betrachteten Artikel angezeigt wird. Oder dass beim Anschauen lustiger Videos auf YouTube sofort ähnliche Videos angezeigt werden. Oder dass das Navi im Auto auf Zuruf auf die nächstgelegene Tankstelle einer bestimmten Marke hinweist. Oder dass Fernseher, Leuchten und Haushaltsgeräte per Zuruf gesteuert werden können. Und auch dass der Kühlschrank eine Nachricht aufs Smartphone sendet, wenn der Biervorrat auszugehen droht, oder sogar den Gerstensaft einfach nachbestellt, ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Viele moderne Geräte kommunizieren mit ihrem Benutzer oder mit anderen Geräten. Das kann Leben retten, wie etwa, wenn die Smartwatch bei ihrem Träger Probleme mit der Herzfrequenz feststellt und automatisch einen Notkontakt alarmiert. Auch für Unternehmen ist die ständig anschwellende Datenmenge von unschätzbarem Wert: Ob beim Lager- und Warenmanagement, dem Zusammenarbeiten von Teams an unterschiedlichen Orten oder der Vorhersage von Nachfrageschwankungen – genaue Daten sind unverzichtbar. Auch dass Kunden mit Serviceanliegen nicht mehr ewig in der Warteschlange der Hotline hängen, sondern sich automatisierte Chats ihrer Probleme annehmen, ist nur möglich, wenn ausreichende Daten zu typischen Serviceabläufen und Kundenanliegen existieren.

Auf einen Blick
WKN DC8CLD
Name Solactive Cloud and Big Data 20 Index (NTR) Open End Index Zertifikat
Brief 116,38 EUR
Laufzeit Open End
Stand 15.07.2019 21:55:26 Quelle: Deutsche Bank AG

unvorstellbare datenmengen

Entsprechend gigantisch ist die Menge der weltweit produzierten Daten – und sie wächst ständig weiter. Wurde 2018 weltweit noch eine Datenmenge von 33 Zettabyte generiert, sollen es nach einer Prognose des Festplattenherstellers Seagate 2025 schon 175 Zettabyte sein – das ist fünf Mal so viel (1 Zettabyte sind 1 000 000 000 000 000 000 000 Bytes). Trends wie Cyberwährungen und Blockchain sorgen für weiter steigendes Datenaufkommen. Auch dass die „Generation Selfie“ ihr Leben in Bildern und Videos dokumentiert und oftmals mehrmals pro Tag auf mehreren Plattformen wie Instagram, Tumblr, Imgur, Reddit oder Pinterest gleichzeitig öffentlich macht, trägt zum wachsenden Datenaufkommen bei. Der jederzeitige Zugriff auf die gesamte eigene Fotosammlung von unterschiedlichsten Endgeräten überall auf der Welt aus oder das Freigeben bestimmter Bilder, Videos oder eigener Musikstücke für andere Benutzer ist nicht nur für jüngere Nutzer inzwischen selbstverständlich. Weil heute viele Smartphones über hochwertige Kameras verfügen und völlig problemlos Fotos nahezu auf Profiniveau sowie Videoaufnahmen in 4K-Qualität ermöglichen, werden die erzeugten Dateien immer größer. Dazu kommen die zunehmend häufiger genutzten Entertainment-Angebote wie Musik- oder Videostreaming: Nicht nur müssen die Medien zentral gespeichert werden, auch dass die Nutzer dort weiterschauen oder ­-hören können, wo sie zuletzt aufgehört haben, selbst wenn sie ein anderes Endgerät benutzen, dass Kinder keinen Zugang zu bestimmten Inhalten bekommen – all das erzeugt Daten, die gespeichert, organisiert und verarbeitet werden müssen. In Zeiten von Mitfahrdiensten wie Uber oder Lyft und Carsharing-Anbietern ist vor allem in den Großstädten Automobilität längst nicht mehr mit dem Besitz eines eigenen Fahrzeugs verbunden. Wegen Dauerstaus und Schritttempo inner- und außerhalb der Städte hat das Auto viel von seinem Zauber verloren, das für Generationen junger Menschen den Traum von Unabhängigkeit und Selbstständigkeit verkörperte. Unter der Woche werden öffent­liche Verkehrsmittel genutzt, steht dagegen ein Einkaufsmarathon bei einem schwedischen Möbelhaus an, wird einfach per App ein Auto gemietet. Auch wer etwas gegen den auf äußerst rätselhafte Weise zunehmend enger werdenden Gürtel tun möchte und stattdessen lieber mit dem Fahrrad fährt, muss sich nicht mit einem in die Jahre gekommenen Drahtesel mit nicht funktionierenden Bremsen herumschlagen, sondern ordert einfach ein Mietrad: Wo das nächste abgestellt ist, verrät innerhalb weniger Sekunden die App des Vermieters. Die Kosten werden anhand der Benutzungsdauer automatisch errechnet. Auch das erzeugt enorme Datenmengen und funktioniert nur, wenn diese auch möglichst schnell ver- und bearbeitet werden können.

Cloud-Computing in Unternehmen

Arbeitswelt in bewegung

Vor allem aber ändert sich die Arbeitswelt rapide. Gerade jüngere und gut ausgebildete Arbeitnehmer legen heute gesteigerten Wert auf mehr Flexibilität, was Ort und Zeit des Arbeitens betrifft. Mit schlechtem Gewissen unkonzentriert und auf glühenden Kohlen im Büro die Regelarbeitszeit absitzen, wenn ein Kind zu Hause krank im Bett liegt und die Oma so schnell nicht kommen konnte – das muss für diese Generation nun wirklich nicht mehr sein. Stattdessen Urlaub nehmen und mit der Arbeit in Verzug kommen – ist nicht effizient. Dank moderner Technik können Arbeitnehmer in einem solchen Fall immer öfter zu Hause bleiben und ihre Arbeit einfach am heimischen Schreibtisch erledigen, während sich der kranke Nachwuchs im Nebenzimmer auskuriert. Herrschte früher für Meetings oder einen Jour fixe noch Anwesenheitspflicht, muss man heute selbst dafür nicht mehr ins Büro gehen – Apps wie Skype, WebEx, GoToMeeting, Hangouts oder FaceTime ermöglichen Besprechungen von Angesicht zu Angesicht – ganz gleich, ob die Teilnehmer in einem Biergarten in Schwabing oder einem Officekomplex in Südindien sitzen. Dafür werden oftmals nicht einmal zusätzliche Apps benötigt; so ermöglicht beispielsweise Microsofts Office-Paket flexibles Zusammenarbeiten schon mit Bordmitteln. Wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass in und mit der Cloud gearbeitet wird. Werden in einem Unternehmen Teams für Projekte neu zusammengestellt, müssen die nicht zwingend im Büro umziehen. Stattdessen können sie in Coworking Spaces ausweichen. Diese modernen Versionen einer Bürogemeinschaft bieten in stylisher Umgebung Arbeitsplätze, schnelles Internet, Drucker und Konferenzräume, aber auch Lounges und oft eine Bar, in der hippe Trendgetränke oder gesundes Superfood geordert werden können. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen in der Firmenzentrale wie mit denen am nächsten Tisch erfolgt übers Netz. Der Wechsel der Arbeitsumgebung und der Austausch mit anderen Mietern der Coworking Spaces soll eingefahrene Prozesse aufbrechen und die Kreativität stimulieren. Auch das klappt natürlich nur, wenn alle wesentlichen Daten von überallher zugänglich sind. Dies alles eignet sich zwar nur für bestimmte Berufe und vor allem für Großstädte, ist aber längst nicht auf diese beschränkt: Denn gerade auf dem Land macht sich eine nicht unternommene – möglicherweise längere – (Auto-)Fahrt ins Büro in zweierlei Hinsicht positiv bemerkbar: in der persönlichen CO2-Bilanz wie dank gesparter Benzinkosten auch auf dem Konto. Die Technik ist längst nicht mehr der Engpass, denn Smartphones, Tablets oder Laptops verfügen heute bei aller Mobilität über genügend Leistung, um auch anspruchsvollste Aufgaben außerhalb der Firmenzentrale zu lösen. Wie zukunftsweisend diese neuen, flexibleren Formen des (Zusammen-)Arbeitens sind, verdeutlichen zwei Fakten: Zum einen zeigen Umfragen, dass sich in den Unternehmen vor allem das Top-Management für diese Themen erwärmt und zum anderen ist das Interesse der breiten Öffentlichkeit riesig. So konnte Microsoft im Januar dieses Jahres nach nur drei Jahren bereits den 100 000. Besucher in seiner entsprechend optimierten neuen Firmenzentrale in München begrüßen.

Aufteilung

planvolles vorgehen erforderlich

Damit die zeitlich und örtlich flexible Zusammenarbeit auch funktioniert, muss klar sein, wer was wann tut. Je flexibler die Arbeitsprozesse werden, desto mehr gewinnt die Planung und Steuerung von Ressourcen an Bedeutung. Je komplexer es wird, desto mehr ist das Projektmanagement gefragt. Ziele müssen bestimmt werden, Rollen festgelegt, Rechte zugewiesen, die effiziente Information der Beteiligten (der sogenannten Stakeholder) sichergestellt, Projektfortschritte dokumentiert und die nächsten Schritte klar zugewiesen werden. Natürlich hat es das schon immer gegeben, aber mit den Anforderungen wandeln sich eben auch die Prozesse. Auch hier hilft die Cloud, denn schnell ist der schönste Projektfortschritt ausgebremst, wenn Beteiligte mit veralteten Informationen arbeiten. Ist eine Datei anstatt auf den Rechnern der Beteiligten zentral in der Cloud gespeichert, ist sichergestellt, dass alle immer mit der neuesten Version arbeiten. Bei offenen Fragen hilft das aggregierte gemeinsame Wissen im Projekt-Wiki. Viele der modernen Projektmanagement-Methoden wie Scrum oder agile Prozesse kommen aus der Software-Entwicklung, haben sich aber auch längst in anderen Feldern bewährt. Wenn alles stimmt und die Gefahr der Über­bürokratisierung gebannt ist, kann ein ganz neues Arbeitsgefühl enstehen. Tools wie Jira und Confluence von Atlassian helfen dabei, dass auch bei komplexeren Projekten nicht die Übersicht verloren geht. Gleich morgens beim ersten Einschalten des Rechners sehen die Mitarbeiter – dank nutzerfreundlicher Bedienoberfläche auf einen Blick –, was für sie selbst und ihr Team ansteht, was erledigt ist, wo es hakt und wo die Fortschritte besonders groß sind, aber auch, wer nächste Woche Urlaub hat. Dank Endgeräte-übergreifender Vernetzung findet sich auch der kurzfristig vereinbarte Termin für die Präsentation beim Kunden sofort im Smartphone-Kalender aller Teilnehmer. Unnützer Stress, weil man einen Termin verschwitzt oder etwas vergessen hat, sollte daher im Idealfall der Vergangenheit angehören. Trotz aller schönen Prozesse, Tools und Hilfsmittel muss die Arbeit immer noch von Menschen gemacht werden und auch das schönste Projektmanagement funktioniert nur dann reibungslos, wenn sich ein Mensch darum kümmert. Zudem besteht die Gefahr der Scheineffizienz, die Fortschritte vorgaukelt, die real nicht existieren.

Zusammensetzung

nicht nur für Schreibtischberufe

Wer meint, das habe nur für Weltfirmen in schicken Großstadtbüros Bedeutung, irrt. Denn längst hat auch das produzierende Gewerbe umgestellt und nutzt mehr und mehr Cloud-Dienste wie Software as a Service. Statt auf einzelnen Rechnern stationär installierte Software zu nutzen, loggen sich die Mitarbeiter per Browser online in ihre Software ein. Neben den geschilderten Vorteilen der Cloud ist das für die Unternehmen aus zwei Gründen attraktiv: Alle arbeiten mit der neuesten Programmversion, die Wartungskosten sinken deutlich und es können weniger leistungsfähige und Computer mit weniger Speicherplatz angeschafft werden – gerade bei kleineren Unternehmen fallen solche Einspareffekte ins Gewicht. Und natürlich ist browserbasierte Software unabhängig vom benutzten Endgerät und dem Ort der Benutzung. Natürlich gibt es viele Berufe, in denen die schöne neue Technikwelt nicht umsetzbar ist: Fliesen können nicht in der Cloud gelegt und Gärten nicht in der Cloud bepflanzt werden. Aber selbst Lehrer, Ärzte, Köche oder Friseure, also Vertreter von Berufen, die eine Anwesenheit vor Ort erfordern, können von Cloud-Diensten profitieren. Beispielsweise durch mehr Freiheit bei Buchhaltungs- und Verwaltungsaufgaben.

strammes wachstumstempo

Wie auch immer sich die Arbeitswelt entwickeln wird, Cloud-Computing ist ein weltweiter Wachstumsmarkt. Bereits 2018 entfiel nach einer Studie der Marktforscher von IDG mehr als die Hälfte der Software-Ausgaben der Unternehmen auf cloudbasierte Services. Während 65 Prozent von Finnlands Firmen Cloud-Services nutzen, sind es in Deutschland lediglich 22 Prozent. Damit gehört Deutschland zu den Cloud-skeptischsten Ländern in Europa. Entsprechend ist gerade hierzulande der Nachholbedarf groß. Ebenfalls interessant: die Branchenverteilung bei der Cloud-Nutzung, denn nicht etwa IT- und Telekommunikationsunternehmen sind hier die Vorreiter, sondern Unternehmen aus den Sektoren Energie (87 Prozent), Pharma und Chemie (84 Prozent). Erst dann kommt mit 79 Prozent die IT- und Telekommunikationsbranche, gefolgt von der Automobilindustrie, in der 72 Prozent der Unternehmen auf die Cloud setzen. Fazit: Auch im skeptischen Deutschland ist die Cloud längst in der Realwirtschaft angekommen.

Auf der wolke in die zukunft

Einer Prognose der IT-Analysten von Gartner zufolge werden die weltweiten Umsätze mit Cloud-Produkten in den kommenden vier Jahren von 214 Mrd. Dollar auf 331 Mrd. Dollar steigen – das entspricht einem Plus von mehr als 50 Prozent bis 2022. Andere Projektionen gehen davon aus, dass die Umsätze im Cloud-Geschäft sechs Mal schneller wachsen als die in anderen Software-kategorien. Diese Entwicklung lässt sich an den Zahlen ablesen, die der Walldorfer Sofwareriese SAP für 2018 veröffentlicht hat: Die Umsätze mit Cloud-Subskriptionen legten um rund 33 Prozent zu, dagegen lag das Geschäft mit Softwarelizenzen 5 Prozent unter Vorjahr. Zudem hat SAP 2018 erstmals mehr mit Cloud-Services umgesetzt als mit Softwarelizenzen. Vorstandssprecher Bill McDermott: „Unsere Cloud-Erlöse liegen inzwischen über unseren Softwareerlösen und tragen mit einem Anstieg von 38 Prozent wesentlich zum Wachstum unseres Unternehmens bei.“ Auch bei der US-Konkurrenz herrscht Zufriedenheit: Der Cloud-Pionier Salesforce.com, der als eines der ersten Unternehmen bereits vor der Jahrtausendwende auf Cloud-Produkte setzte, vermeldete für das im Januar zu Ende gegangene vierte Quartal des Geschäftsjahres 2019 Mehr­erlöse von 26 Prozent. Noch erfreulicher sieht es bei den Erträgen aus, wo ein Gewinnsprung von 75 Prozent realisiert wurde. Das Ende der Fahnenstange ist laut Co-CEO Keith Block damit nicht erreicht: „Dies ist erst der Anfang. Deshalb streben wir für das Geschäftsjahr 2023 nun einen Umsatz von 26 bis 28 Mrd. Dollar an und damit eine ­erneute Verdoppelung unserer organischen Umsätze in den kommenden vier Jahren.“

das innovativste unternehmen

Ähnlich gut sind die Perspektiven beim US-Unternehmen ServiceNow, das sich auf die cloudbasierte Digitalisierung von Arbeitsabläufen spezialisiert hat. Ziel von ServiceNow ist es, Menschen von Routineabläufen zu entlasten. Damit scheint ServiceNow den Nerv zu treffen, denn auf der Forbes-Liste der innovativsten Unternehmen der Welt steht das Unternehmen auf Platz eins. Zudem ist die Softwareschmiede nach eigenen Angaben der am schnellsten wachsende Cloud-Anbieter für Unternehmenskunden. Im Schlussquartal 2018 legten die konzernweiten Umsatzerlöse um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Auf Gesamtjahressicht fällt das Umsatzplus mit 36 Prozent noch höher aus. Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2019 rechnet das Management mit einem weiteren Wachstum der Abonnementeinnahmen um bis zu 33 Prozent.

Prognose

die all-in-one-lösung fürs depot

Gemeinsam mit den anderen auf Seite 19 aufgeführten Unternehmen bilden die genannten Firmen den Solactive Cloud and Big Data 20 Index. Die in ihm geführten Unternehmen müssen einen hohen Anteil ihrer Umsätze im Bereich Cloud-Computing und Big Data erzielen sowie eine Marktkapitalisierung von mindestens 500 Mio. Euro aufweisen. Das Index-Zertifikat mit der WKN DC8CLD spiegelt die Wertentwicklung des Index im Verhältnis 1:1 wider und ermöglicht Privatanlegern dadurch die Partizipation an der Performance dieser Zukunftsbranche bei gegenüber einem Einzelinvestment geringeren Transaktionskosten. Alles Weitere auf www.xmarkets.de.

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