Kolumne | 29.04.2019

Das Gold fährt auf der Straße

Beim Schreiben dieser Zeilen läuft gerade ein Beitrag über die Bildschirme, in dem über den Feld­versuch eines großen Autoherstellers in Hamburg berichtet wird.

Das Besondere ist hier zum einen, dass dieser mit Elektrobussen durchgeführt wird und die Fahrt nur mittels App gebucht werden kann. Zum anderen aber auch, dass die Busse goldfarben lackiert sind. Das freut natürlich das Auge des Betrachters sehr. Eigentlich könnte man doch viele Dinge des täglichen Lebens mit Goldfarbe etwas aufhübschen. So wären zum Beispiel goldene Laufschuhe sicher eine Motivation, wenn der Ultramarathon sich mal etwas zieht. Oder mehr Gold in der Landschaft, damit man die Kiddies von heute mal vom Smartphone weg und in die Natur locken könnte. Auch eine goldene Thermoskanne statt der schwarzen hier auf meinem Tisch könnte Tage mit eher trüben Marktbewegungen etwas verschönern. Und damit sind wir schon beim Thema. Irgendwie waren die beiden ersten Aprilwochen an etlichen Märkten etwas zäh. Während viele Währungspaare wie Euro/Dollar oder Euro/Franken wie im Wachkoma vor sich hin dämmerten, handelte das Gold mal über, mal unter der Marke von 1300 Dollar/Unze. Vor allem aber fehlte der Schwung, den mein Lieblingsmetall noch Anfang des Jahres an den Tag legen konnte. Gründe hierfür waren sicherlich die haus­sierenden Aktienmärkte (Gold wird weniger zur Absicherung gebraucht) und die doch teils recht massiven Verkäufe von Großanlegern bei in den USA notierten ETFs. Bei diesen Investoren scheint der Geduldsfaden ähnlich kurz zu sein wie bei Jugendlichen, wenn mal kein WLAN in der Nähe oder der Akku des Smartphones nahezu leer ist. Nun kann man das Glas als halb voll oder als halb leer betrachten: Trotz der starken Performance der Aktienmärkte hält sich der Goldpreis ja immer noch in der Nähe der Marke von 1300 Dollar/Unze. Das ist erst einmal gut. Wahrscheinlich werden die Gold­investoren auch in den nächsten Wochen ihr Augenmerk auf die Entwicklungen an den Zins- und Währungsmärkten richten. Und erst dann entscheiden, was sie mit dem Gold machen. Warten wir mal ab. Gold könnte weiter als Absicherung gefragt sein. Falls nicht, dann fahren wir erst einmal eine Runde in den goldenen Bussen.

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