Serie: Zertifikat statt Aktie | 29.04.2019

Fielmann – bye-bye Kassengestell

Zertifikat statt Aktie: Die Basis seines Erfolgs legte Deutschlands größter Optiker Anfang der 80er Jahre, indem er der Monotonie der Kassengestelle ein Ende setzte. Jetzt steht Fielmann vor den Herausforderungen der Digitalisierung. Der Generationswechsel an der Unternehmensspitze könnte für mehr Dynamik sorgen – und damit Anleger erfreuen.

Discount-Zertifikat
WKN DC2HXT
Name Fielmann AG Discount-Zertifikat
Brief 58,47 EUR
Cap 60,00
Laufzeit 17.12.2020
Stand 13.11.2019 00:03:37 Quelle: Deutsche Bank AG

Dass Günther Fielmann seinen Kunden die Möglichkeit bot, aus 640 statt aus 8 zuzahlungsfreien Brillenvarianten auszuwählen, bewertet das Unternehmen als „historische Leistung“. 2017 kam jede zweite Brille in Deutschland von Fielmann und das Unternehmen verfügte über einen Marktanteil von 21 Prozent – mit knapp 600 Filialen. Insgesamt gibt es in Deutschland fast 12 000 Optiker. Der MDax-Konzern ist eine der bekanntesten Marken in Deutschland, verfügt nach eigenen Angaben über 90 Prozent zufriedene Kunden und ist der größte Ausbilder der Branche. Dazu sind die Kunden jünger als die anderer Optiker und in hohem Maße markentreu, was möglicherweise auch an der hohen Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen liegt: 85 Prozent der Fielmann-Mitarbeiter sind auch Aktionäre. Auch 2019 können sie und alle anderen Aktionäre sich über eine steigende Dividende freuen. Aktuell steht Fielmann vor zwei Herausforderungen: Zum einen wird sich der 79-jährige Günther Fielmann weiter aus dem Tagesgeschäft zugunsten seines Sohnes Marc zurückziehen, der bereits seit April 2018 mit seinem Vater ein Tandem an der Unternehmensspitze bildet. Wie das konkret aussehen soll, will der Vorstand auf der Hauptversammlung im Juli erläutern. Und zum anderen muss sich auch Fielmann der zunehmenden Digitalisierung und dem Aufkommen neuer Wettbewerber stellen. Kontaktlinsen können durch eine Initiative Marc Fielmanns bereits online gekauft werden, künftig sollen Brillen dazukommen. Entsprechend hat Fielmann in Anteile an dem französischen Unternehmen FittingBox investiert, das eine Augmented-Reality-unterstützte Lösung zum virtuellen Anprobieren von Brillen entwickelt hat.

Investieren mit augenmaß

Trotz dieser positiven Faktoren, guter Perspektiven und einem unterdurchschnittlichen KGV von knapp 29 bereitete die Aktie nicht immer nur Freude. Zwar konnte die Fielmann-Aktie bei langfristiger Betrachtung den MDax deutlich hinter sich lassen, doch der Abstand schrumpft und das Papier stürzte im November auf ein Vier-Jahres-Tief. Danach hat sich die Aktie zwar erholt, ist aber von ihren Höchstständen weit entfernt. Ein Discount-Zertifikat wie das mit der WKN DC2HXT könnte da eine Alternative sein. Es bietet einerseits eine Renditechance von gegenwärtig 6,07 Prozent, andererseits durch den Abschlag von aktuell 10,61 Prozent gegenüber dem Aktienkurs auch begrenzten Schutz vor Kursverlusten. Das heißt: Erst wenn das Fielmann-Papier um mehr als den Discount nachgibt, realisieren Zertifikate-Anleger eine Negativrendite.

Fielmann
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