Kommentar | 21.02.2019

Macht Gold schlank und glücklich?

Es lohnt sich doch immer mal wieder, Augen und Ohren offen zu halten und zu lesen, was einem so in die Finger fällt.

So zum Beispiel eine Zeitschrift im Wartezimmer meines Arztes, in welcher in einem
Artikel der medizinische Nutzen des Goldes untersucht wurde. Leider irrte der bekannte Alchemist
Paracelsus, der behauptete: „Das Gold kann den Körper unzerbrechlich halten“. Aber Mediziner sehen laut diesem Artikel in der entzündungshemmenden Wirkung des Edelmetalls Potenzial, um Therapien für krankhaftes Übergewicht, Blutzucker- und Fettstoffwechselstörungen zu entwickeln. Sensationell. Eine Win-win-Situation für Patienten und Anleger?! Zum einen werden Erstere möglicherweise geheilt. Und Letztere frohlocken, weil ein Gebrauch zu medizinischen Zwecken und somit eine erhöhte Nach-frage natürlich tendenziell den Preis in die Höhe schrauben müsste. Auch wenn vielleicht nicht gerade ein 1-Kilo-Barren pro zu behandelnder Person nötig sein wird. Wie auch immer. Das ist ja alles noch etwas Zukunftsmusik. Aktuell gibt es aber ohnehin wenig Grund zum Wehklagen. Schließlich kletterte der Goldpreis Ende Januar auf ein Siebenmonatshoch bei 1325 Dollar/Unze. Und in Euro betrachtet gar auf ein Eineinhalb-jahreshoch. Beim Schreiben dieser Zeilen Mitte Februar konnte bis dato auch noch die Marke von 1300 Dollar/Unze verteidigt werden. Und dies, obwohl sich die Aktienmärkte, im Gegensatz zu den düsteren Dezembertagen, fest präsentierten, die Renditen der US-Staatsanleihen wieder etwas aufwärtskletterten und der Dollar Mitte Februar zum Beispiel auf ein Jahreshoch für 2019 gegen Euro und Yen anstieg. Alles Faktoren, die sich normalerweise negativ auf den Goldpreis auswirken; ebenso wie die glücklicherweise eingetretene Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Allerdings wurde der Goldpreis bei seinem Weg in noch luftigere Höhen vielleicht durch diese Faktoren etwas ausgebremst. Für die weitere Entwicklung der Goldpreise ist sicher mitent­scheidend, inwieweit die vielen Analysten recht behalten, die eine Schwäche des Dollars im Jahres-verlauf für möglich halten. Dies könnte dem Goldpreis helfen. Ansonsten müssen die Mediziner halt schneller forschen, damit die Gold-Medizin flotter gebraucht wird.

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