Die Chancen des Energiewandels | 25.10.2019

Dem Klima zuliebe

Der Klimawandel ist eines der wichtigsten Themen des gesellschaftlichen Diskurses – nicht erst seit den „Fridays for Future“. Um die Pariser Klima-ziele zu erreichen, müssen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft umsteuern. Innovative und intelligente Lösungen sind gefragt – und für Unternehmen, die über solche Lösungen verfügen oder sie entwickeln, eröffnen sich zahlreiche Chancen. X-press zeigt, welche Unternehmen das sein könnten und wie Anleger mit Zertifikaten in sie investieren können.

Titelthema

Es wird wärmer. Auch wenn es in der ­Erdgeschichte schon immer klimatische Schwankungen mit Wärme- und Kälteperioden gegeben hat, ist das Tempo der weltweiten Klimaerwärmung in den letzten Jahren ­signifikant. 1985 lag die globale Lufttemperatur letztmalig unter dem klimatologischen Mittel der „Klimanormalperiode“ 1961 bis 1990, die als international gültige Referenzperiode angesehen wird. Im vergangenen Jahr übertraf der Durchschnitt der bodennahen Lufttemperatur den Mittelwert der Referenzperiode um 0,6 °C. 2018 war das weltweit viertwärmste Jahr seit 1850 und die letzten fünf Jahre waren die weltweit wärmsten seit Beginn der Messungen. In Deutschland ist die Klimaerwärmung sogar noch stärker: Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,4 °C war 2018 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Bisheriger Rekordhalter war 2017 mit einer Durchschnittstemperatur von 9,6  °C. Die Monate zwischen Februar und November waren nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) allesamt zu trocken. Der DWD spricht von „einer der größten Trockenheiten der deutschen Klimageschichte“. Dazu kam „im Juli und August eine der längsten und gewaltigsten Hitzeperioden“ seit Beginn der Aufzeichnungen. 2018 war zudem das Jahr mit den meisten Sonnenstunden seit Messbeginn im Jahr 1951 – das freut Sonnenanbeter und die Hersteller von Sonnencremes, kann aber auch zu gesundheitlichen Schäden beispielsweise bei Menschen, die im Freien arbeiten, führen. Aber nicht nur die Sommer werden heißer: „Die Winter werden kürzer, sie werden nasser“, so DWD-Vizepräsident Paul Becker. Insgesamt lag die Jahrestemperatur 2018 um 2,2  °C über der Referenzperiode. Das hat zur Konsequenz, dass sich die Dauer der Jahreszeiten ändert – welche Auswirkungen das auf Tiere und Pflanzen hat, ist unklar. Die Anzahl extremer Wetterereignisse in Deutschland, stellt das Bundesumweltministerium fest, ist mehr als doppelt so hoch wie vor 50 Jahren. Und weiter: „Bis Ende des 21. Jahrhunderts können sich die jährlichen Schäden durch Überschwemmungen und Hochwasser in Deutschland im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 2000 verdoppeln bis verdreifachen.“ Der Weltklimarat warnt vor den gravierenden Folgen eines Temperaturanstiegs um mehr als 2 °C. Studien deuten jedoch darauf hin, dass bereits bei einem Anstieg von 1,5 °C irreversible Schäden eintreten könnten. 

Durchschnittstemperatur

Um genau solche Schäden zu vermeiden, ein koordiniertes Vorgehen beim Klimaschutz sicherzustellen und konkrete Ziele zu benennen, wurde 2015 das Pariser Klimaabkommen verabschiedet und nach und nach auch von allen Staaten der Erde anerkannt. Einzig die USA kündigten ihren Austritt aus dem Klimaabkommen im Jahr 2020 an. Für die Erderwärmung wird vor allem der hohe Kohlenstoffdioxid-Gehalt in der Erdatmosphäre verantwortlich gemacht, der das Entweichen der von der Erde abgestrahlten Wärme ins Weltall erschwert, was dann zu Temperaturerhöhungen führt (Treibhauseffekt). Entsprechend konzentrieren sich die von der Bundesregierung beschlossenen Ziele und Maßnahmen beispielsweise im „Klimaschutzplan 2050“ und im „Klimaschutzprogramm 2030“ auf eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes (Dekarbonisierung). Bis 2030 sollen die Gesamt-emissionen um 55 bis 56 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 verringert werden. Das kann durchaus Auswirkungen haben, denn 2017 lag Deutschland auf Platz fünf der weltgrößten Verursacher von CO2-Emissionen – im Gegensatz zu den Top-3-Emittenten China, USA und Indien ist der deutsche CO2-Ausstoß allerdings gegenüber 1990 rückläufig. Im „Klimaschutzplan 2050“ heißt es dazu: „Deutschlands Langfristziel ist es, bis zum Jahr 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu werden“.

Bonus-Zertifikat
WKN DC4Z9S
Name RWE AG St. Bonus-Zertifikat mit Cap
Brief 28,61 EUR
Barriere 18,000
Seitwärtsrendite 11,85 %
Laufzeit 17.12.2020
Stand 13.11.2019 00:02:57 Quelle: Deutsche Bank AG

ENERGIEWIRTSCHAFT IM FOKUS

Der größte Anteil an den deutschen CO2-Emissionen entfiel 2016 mit fast 38 Prozent auf die Energieerzeugung, weshalb hier auch die größten Erfolge im Sinne eine CO2-Reduzierung zu erzielen sind. Bis 2050 sollen nach dem Willen der Bundesregierung 80 Prozent des Stroms durch erneuerbare Energien erzeugt werden. Eine Tempoerhöhung beim Ausbau regenerativer Energien ist jedoch nicht nur aufgrund des zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Drucks notwendig, sondern auch wegen des 2011 beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergie bis Ende 2022. Aktuell werden noch 13 Prozent des Strombedarfs von Atomkraftwerken befriedigt. Zudem fragen immer mehr Verbraucher Strom aus regenerativen Energien nach. Im zweiten Quartal 2019 wurden 46 Prozent des in Deutschland in die öffentlichen Stromnetze eingespeisten Stroms durch erneuerbare Energien erzeugt. Das ist ein Anstieg von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings bleibt die Kohle mit 29 Prozent der größte einzelne Energieträger. Begünstigt durch die vielen Sonnentage war im Juni Solarenergie erstmals die stärkste Energiequelle in Deutschland (+21 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

WANDEL IM ENERGIESEKTOR

Zu den Unternehmen, die sich dem Umbruch in der Energiebranche gegenüber besonders aufgeschlossen zeigen, gehört der Essener Energieversorger RWE, der sogar von „einer neuen RWE“ spricht. Von 2012 bis 2018, meldet das Unternehmen stolz, habe es die eigenen CO2-Emissionen um rund ein Drittel bzw. 60 Mio. Tonnen reduziert. Damit legt RWE durchaus ein forsches Tempo vor, denn der CO2-Ausstoß der gesamten Energiewirtschaft in Deutschland verringerte sich in einem vergleichbaren Zeitraum (2010 bis 2017) lediglich um 11 Prozent. Die bisher erreichten Einsparungen seien jedoch erst der Anfang. Bis 2040 werde der Konzern klimaneutral sein, indem er „konsequent und verantwortungsvoll aus den fossilen Energieträgern“ aussteige. So soll „ein nachhaltiges Leben mit hohem Stromverbrauch möglich“ sein. Um dieses Ziel zu erreichen, will RWE in mehreren Schritten den CO2-Ausstoß weiter verringern. So soll bis zum Jahr 2030 70 Prozent weniger CO2 emittiert werden. RWE legt den Schwerpunkt auf die Erzeugung von Ökostrom aus Solar- und Windenergie und ist nach eigenen Angaben bei Meereswindkraftanlagen bereits jetzt der zweitgrößte Anbieter der Welt. Rund 1,5 Mrd. Euro pro Jahr wollen die Essener in den kommenden Jahren in solche Anlagen investieren. Zum Umbau bei RWE gehören auch eine Straffung des Angebotsportfolios und die Konzentration auf die Energieerzeugung. Zu diesem Zweck wurde 2016 innogy gegründet, auf die die Bereiche Erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze von RWE übertragen wurden. Durch die Liberalisierung des Strommarktes in der EU, der Verbrauchern die freie Wahl des Stromanbieters ermöglicht, waren die traditionellen Geschäftsmodelle der Energieanbieter ohnehin unter Druck geraten. Mit 16 Mio. Strom- und 7 Mio. Gaskunden in elf europäischen Ländern gehört innogy zwar in vielen Märkten zu den führenden Anbietern, doch für 2018 musste ein Fehlbetrag von 653 Mio. Euro ausgewiesen werden.

Bonus-Zertifikat
WKN DC49SF
Name E.ON SE Bonus-Zertifikat mit Cap
Brief 8,82 EUR
Barriere 7,500
Seitwärtsrendite 13,38 %
Laufzeit 17.12.2020
Stand 13.11.2019 00:02:58 Quelle: Deutsche Bank AG

INNOGY WIRD ZERLEGT

Im März 2018 gaben dann innogy-Mutter RWE und der ebenfalls in Essen ansässige Stromkonzern E.ON den Verkauf von innogy an E.ON bekannt. Im September 2019 war die Transaktion nach Erteilung der kartellrechtlichen Genehmigung durch die Brüsseler Wettbewerbshüter abgeschlossen. Der Deal umfasst den Erwerb des 76,8-Prozent-Anteils von RWE an innogy durch E.ON. Im Gegenzug erhielt RWE neben den entsprechenden Aktivitäten von innogy auch das Geschäft mit erneuerbaren Energien von E.ON sowie eine Beteiligung von 16,7 Prozent an E.ON, die RWE allerdings bereits auf 15 Prozent reduziert hat. E.ON plant, die Aktien der verbliebenen Minderheitsaktionäre von innogy im Rahmen eines Squeeze-out zu übernehmen und so alleiniger Eigentümer von innogy zu werden. Mit dem „klaren Fokus auf intelligente Stromnetze und Kundenlösungen“ sieht sich „die neue E.ON“, nach eigenen Angaben einer der größten Betreiber von Energienetzen in Europa, bestens positioniert für die Herausforderungen der Energiewende. Auch E.ON will sich auf „Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung und Demokratisierung“ fokussieren, allerdings mit Schwerpunkt auf dem Verkauf und Vertrieb sowie dem Transport von Energie. Gewinner der Transaktion scheint vorerst RWE zu sein, denn deren Aktienkurs legte seit Jahresbeginn um 41 Prozent zu, während das E.ON-Papier um 2 Prozent ins Minus rutschte.

WIND UNTERM PROPELLER

Ein wesentlicher Teil des Stroms aus nachhaltiger Erzeugung wird durch Windkraftanlagen generiert. 106,4 Mrd. Kilowattstunden haben nach Angaben des Statistischen Bundesamts die inzwischen knapp 30 000 Windräder in Deutschland im vergangenen Jahr ins Stromnetz eingespeist. Damit kam die Windenergie an Land und auf See auf einen Anteil von 19 Prozent an der gesamten deutschen Stromeinspeisung. Zwar haben 2018 die Investitionen in die Windkraft vor allem an Land stark abgenommen und die Windenergie findet nach Meinung von Kritikern auch zu wenig Beachtung im Klimapaket der Bundesregierung, aber dennoch stammt fast die Hälfte des deutschen Ökostroms aus Windenergie. Weil gerade in Deutschland bei Windparks an Land die Genehmigungsverfahren meist langwierig sind, sich Klagen gegen die „Verspargelung“ der Landschaft häufen und die verfügbaren Flächen weniger werden, suchen Hersteller wie die Rostocker Windradschmiede Nordex zunehmend im Ausland nach Kunden. Die Aktie der weltweiten Nummer acht der Branche machte den Anlegern seit dem Börsengang im Jahr 2001, wie viele andere Titel des damaligen Neuen Markts, oftmals nur wenig Freude. Zuletzt setzte der spanische Bau- und Immobilienkonzern Acciona deutliche Zeichen – und sorgte für Rückenwind für das Nordex-Papier. Zunächst erhöhte der Nordex-Großaktionär Acciona seine Beteiligung an dem auf den schlüsselfertigen Bau von Windkraftanlagen zu Land spezialisierten Unternehmen von 29 auf 36 Prozent, was dem Nordex 99 Mio. Euro frisches Kapital bescherte. Es folgte ein Übernahmeangebot an die Aktio­näre in Höhe von 10,32 Euro.

Index-Zertifikat
WKN 709347
Name EURO STOXX Utilities X-pert Zertifikat
Brief 34,20 EUR
Laufzeit Open End
Quanto
Bezugsverhältnis 0,100
Stand 13.11.2019 00:02:58 Quelle: Deutsche Bank AG

ANGEBOT MIT (GUTEN) FOLGEN

Hierbei handelt es sich um ein Pflichtangebot, dem wohl kein ernsthaftes Interesse an einer Übernahme zugrunde liegt und das, solange die Nordex-Aktie – wie bei Redaktionsschluss dieser X-press-Ausgabe – über 11 Euro notiert, wohl nur auf wenig echte Gegenliebe bei den Aktionären stoßen wird. Dennoch wird mit dem Angebot das Risiko, dass die Aktie signifikant unter die Marke von 10,32 Euro fällt, zunächst reduziert. Vor allem aber gibt die spanische Kapitalspritze Nordex die Möglichkeit, bestehende Aufträge abzuarbeiten. Immerhin legten die Auftragseingänge in den ersten neun Monaten 2019 gegenüber der Vorjahresperiode um über 50 Prozent zu. Vor allem Produkte der für Gebiete mit schwachen bis mittlerem Windaufkommen ausgelegten neuen Baureihe Delta4000 trafen auf reges Interesse, so der von Acciona zu Nordex gekommene Vertriebsvorstand Patxi Landa: „Wir sehen weiterhin eine starke Nachfrage nach unseren Windenergieanlagen in Europa und Übersee“. Nordex hat dabei vor allem die Märkte in den USA im Blick und will künftig das Engagement in Asien ausbauen. Dass die Delta4000 von der Fachzeitschrift „Windpower Monthly“ zur Turbine des Jahres 2018 gekürt wurde, dürfte dabei sicherlich helfen.

GUT VERSORGT MIT VERSORGERN

Ein Kunde von Nordex könnte der italienische Energieriese Enel sein, der sich als „eines der weltweit führenden integrierten Strom- und Gasunternehmen“ bezeichnet und rund 73 Millionen Endverbraucher rund um den Globus bedient. Die Eröffnung des größten Windparkclusters Griechenlands mit insgesamt sieben Windparks und einer Jahresleistung von 480 Gigawattstunden Mitte Oktober ist lediglich eine Etappe auf dem Weg zum klimaneutralen Konzern. Dieses Ziel ist für 2050 angepeilt und soll ganz wesentlich mithilfe von Windkraft erreicht werden. Seit Jahresbeginn bis Mitte Oktober hat die Aktie der Italiener um beachtliche 33 Prozent zugelegt und ist damit einer der Performancetreiber im europäischen Versorger­index Euro Stoxx Utilities, in den Anleger mit dem Index-Zertifikat mit der WKN 709347 investieren können. Auch der ebenfalls im Euro Stoxx Utilities gelistete spanische Iberdrola-Konzern legte mit Zugewinnen von fast 35 Prozent im laufenden Jahr (Januar bis Mitte Oktober) eine überzeugende Kursperformance aufs Madrider Börsenparkett. Dadurch wird sich die weltweite Nummer fünf bei den Energieversorgern bestätigt sehen, falsche Bescheidenheit ist ohnehin nicht das Problem der Spanier: „Iberdrola ist weltweiter Marktführer im Bereich der produzierten Windenergie und eines der wichtigsten Energieversorgungsunternehmen der Welt.“ Bis 2050 will auch Iberdrola CO2-neutral sein und hat gute Chancen, dieses Ziel auch zu erreichen. Zum Stichtag 30. September 2019 waren 68 Prozent der gesamten Kapazitäten bereits emissionsfrei und 62 Prozent waren erneuerbare Energien. Zu den 22 europäischen Unternehmen, aus denen der Euro Stoxx Utilities besteht, gehören neben Enel und Iberdrola auch RWE und E.ON, der französische Versorger Veolia, der ebenfalls in Frankreich ansässige Stromversorger Engie sowie der Verbund-Konzern, der größte österreichische Elektrizitätserzeuger. Die jeweils aktuelle Indexzusammenstellung findet sich auf www.stoxx.com, alle Details und Dokumente zum Index-Zertifikat gibt es wie gewohnt auf www.xmarkets.de

DISCOUNT-ZERTIFIKAT
WKN DC0R24
Name Tesla Inc. Discount-Zertifikat
Brief 228,43 EUR
Cap 270,00
Laufzeit 18.06.2020
Stand 13.11.2019 00:02:58 Quelle: Deutsche Bank AG

Mit einer 2019er-Wertentwicklung von 20 Prozent liegt der Euro Stoxx Utilities auf dem Niveau von Dax und Euro Stoxx, kann sich aber durch den defensiven Charakter der Versorgerbranche als eine wertvolle Portfolioergänzung erweisen und so möglicherweise schwankungsintensivere Investments ausgleichen. Dabei dürfte nicht nur der Trend zu erneuerbaren Energien und dem nachhaltigeren Umgang beispielsweise mit Wasser, Abwässern und Abfällen eine Rolle spielen, auch der Innovationsschub durch die fortschreitende Digitalisierung und die Tendenz zu kleineren, intelligenteren und vernetzten Einheiten (Stichwort Smart Grid) könnte sich durch die dazu notwendigen Investitionen von öffentlicher Hand ebenso wie von Privaten positiv auf die Zukunftschancen der gesamten Versorgungswirtschaft auswirken. Gerade die Energie- und Versorgungsbranche steht weltweit vor enormen Herausforderungen und die Vehemenz, mit der sich einige Unternehmen zumindest in der Kommunikation dem Thema Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität widmen, kann Mut machen. Verbraucher können hier mit entsprechendem Verhalten nachhelfen.

Index-Zertifikat
WKN DS8AUT
Name Solactive Auto der Zukunft Index Open End Index Zertifikat
Brief 96,61 EUR
Laufzeit Open End
Quanto
Stand 13.11.2019 00:02:58 Quelle: Deutsche Bank AG

DIE ZUKUNFT DER MOBILITÄT

Nach dem Energiesektor sind Transport und Verkehr weltweit die zweitgrößten Emittenten von Treib­hausgasen. Anders als bei der Energieerzeugung sind hier die Emissionen seit 1990 jedoch angestiegen. Hauptverursacher in Deutschland ist mit einem Anteil von 60 Prozent der Individualverkehr, während die Luftfahrt nur eine geringe Rolle spielt. Zwar hat die Automobilindustrie die Effizienz der Motoren in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesteigert, doch der Trend zu immer leistungsstärkeren, größeren und schwereren Autos wirkt hier gegenläufig. Als Alternative zum Verbrennungsmotor setzen sich elektrische Antriebe immer mehr durch: Im ersten Halbjahr 2019 wurden in Deutschland erstmals mehr Elektroautos zugelassen als in Norwegen. Allerdings liegt deren Anteil in dem skandinavischen Land bereits über 50 Prozent. Dennoch sind die Deutschen eher Elektro-Skeptiker: Von den 600 Mio. Euro, die der Bund in Form von Prämien zur Verfügung gestellt hat, wurden in den ersten neun Monaten des Jahres erst 183 Mio. Euro abgerufen. Mit bis zu 4000 Euro Zuschuss können Privatpersonen und Unternehmen beim Kauf eines E-Mobils mit einem Netto-Listenpreis von unter 60 000 Euro für das Basismodell rechnen. Das trifft auf das Model 3, die kleinste Baureihe des Elektropioniers Tesla, zu. Inzwischen hat Elon Musks Konzern offenbar die meisten Schwierigkeiten, von denen der Anlauf der Serienproduktion geplagt war, im Griff, denn Mitte Oktober zeigt die deutsche Tesla-Website nur noch eine Lieferfrist von knapp sechs Wochen an – das war schon einmal ganz anders. Auch sonst gibt es allerlei gute Nachrichten für die Kalifornier: Der für den Herbst 2020 angepeilte Produktionsstart des kleineren SUVs Model Y – das möglicherweise ebenfalls prämienberechtigt ist – könnte auf das Frühjahr vorgezogen werden, vor allem aber könnte die Zulassung als Autohersteller durch die chinesische Regierung für mächtig Vortrieb sorgen. Schließlich ist China nicht nur der größte Markt für Elektroautos, sondern der größte Automarkt überhaupt. Nach einer Schwächephase im Juni ging es zuletzt auch für die Tesla-Aktie wieder vorwärts. Eine immer wichtigere Rolle bei der notwendigen Steigerung des Wirkungsgrads aller Antriebsformen spielt eine moderne Fahrzeug­elektronik: Intelligente Komponenten sorgen dafür, dass Energie besser und flexibler eingesetzt wird und gegebenenfalls zurückgewonnen werden kann. 27 Unternehmen, die vornehmlich in diesem Bereich tätig sind, und ihre Wertentwicklung bildet der Solactive Auto der Zukunft Index ab, der über das Index-Zertifikat DS8AUT investierbar ist.

Anteil der Verkehrsträger an den weltweiten CO2-Emissionen  aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe im Jahr 2015

WIE GEHT ES WEITER?

Der Wandel hin zu einer emissionsfreieren Welt hat begonnen. Einiges ist erreicht, vieles bleibt zu tun, Lippenbekenntnissen müssen Taten folgen. Dieser Wandel hat sich in einigen Branchen als Innovationstreiber erwiesen und wird von gar nicht so wenigen Unternehmen als Chance begriffen. Anleger können mit einem entsprechenden Investment diesen Trend unterstützen, sich das Potenzial von Zukunftsmärkten erschließen und so vor allem die Möglichkeit nachhaltiger Renditen eröffnen. Wenn es gelingt, sinnvolle klimarelevante Maßnahmen mit Renditechancen für Unternehmen wie Anleger zu verknüpfen, stehen die Chancen vielleicht gar nicht so schlecht, die Pariser Ziele tatsächlich zu erreichen.

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