MDax in Bewegung | 27.09.2019

Magische Anziehung

Zahlreiche Werte im MDax sind ins Übernahme-Visier geraten. Sowohl der Verkauf von Osram als auch der von Axel Springer scheinen bereits auf der Zielgerade angekommen zu sein, während die Zukunft des deutschen Supermarktriesen Metro weiterhin offen ist. Anleger könnten sich mit Zertifikaten in Bezug auf weitere Kaufofferten für den Handelskonzern positionieren.

MDAX

Das Treiben am deutschen Übernahmemarkt hat deutlich Fahrt aufgenommen. Hintergrund sind zahlreiche Übernahmeangebote an Unternehmen aus der zweiten Reihe in den vergangenen Monaten. Während der Münchener Lichtkonzern Osram nun scheinbar vom österreichischen Sensorchiphersteller ams geschluckt wird, geht der Berliner Axel-Springer-Konzern zum großen Teil an KKR. Anders sieht es beim Handelskonzern Metro aus, hier musste der tschechische Finanzinvestor Daniel Krˇetínský zunächst kurzfristig eine Niederlage hinnehmen.

Gewaltige Bonusse

Auch wenn bei der Übernahme des Münchener Lichtkonzerns nicht die Traumpartner der Osram-Chefetage – die US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle –, sondern nun voraussichtlich der ­österreichische Sensorhersteller ams zum Zug kommt, profitieren die Anleger. Immerhin bietet ams 38,50 Euro je Aktie. Das wären insgesamt etwa 3,7 Milliarden Euro, während die US-Finanzinvestoren nur knapp 3,4 Milliarden Euro boten. Und auch beim Axel-Springer-Deal sieht es für die Anleger gut aus. Das Angebot der US-Beteiligungsfirma KKR in Höhe von 63 Euro lässt sich sehen. In beiden Fällen sollten damit sowohl Aktien-Anleger als auch Zertifikate-Investoren mit ihren Investment gut abschneiden können, falls sie in nicht vor längerer Zeit zu höheren Kursen eingestiegen sind.

Übernahme VON metro gescheitert

Anders sieht es beim deutschen Handelsriesen Metro aus. Hier erlitt das Angebot des Konsortiums EP Global Commerce um den tschechischen Milliardär Daniel Krˇetínský eine Niederlage. Krˇetínský und sein slowakischer Partner Patrik Tkác wollten Metro für rund 5,8 Milliarden Euro übernehmen. Dabei bot EPGC für die Stammaktien 16 Euro. Aufsichtsrat und Vorstand hatten die Offerte als zu niedrig zurückgewiesen und den Aktionären empfohlen, diese nicht anzunehmen. Der Empfehlung folgten auch die beiden Großaktionäre Schmidt-Ruthenbeck und die Beisheim-Gruppe, welche zusammen immerhin mehr als ein Fünftel der Metro-Anteile besitzen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Aus Sicht der Aktionäre bekam der Kurs nach dem Scheitern zwar erst mal einen Dämpfer und tauchte in Richtung 14 Euro ab. Nichtsdestotrotz muss das nicht das Ende sein – zwischenzeitlich konnte der Kurs auch bereits wieder in Richtung 15 Euro drehen. Und Krˇetínský wäre nicht Krˇetínský, wenn er nicht mit einem neuen Plan um die Ecke kommen würde, zumal er noch eine Kaufoption besitzt, welche ihn auf über 30 Prozent Anteile bringen würde, womit damit automatisch ein erneutes Übernahmeangebot fällig werden würde. Nachdem er einen fast 5-prozentigen Anteil am französischen Wettbewerber Casino erworben hat, schaut er momentan erst einmal zu, ob es dem Top-Management der Metro gelingt, den Aktienkurs über die von ihm angebotenen 16 Euro zu bringen – ein Angebot, das es als zu niedrig abgetan hatte. Zertifikate-Anleger können die leichte Delle nutzen und vergünstigt über Discount-Zertifikate am weiteren Verlauf der Metro-Aktie partizipieren. Wer beispielsweise aktuell das Zertifikat mit der WKN DC2JCH zu 13,48 Euro kauft, bekommt einen Discount gegenüber der Aktie in Höhe von 6,49 Prozent. Sollte die Aktie am 17. Dezember 2020 über 15 Euro stehen, erhalten Anleger maximal 15 Euro ausbezahlt, was einer Rendite von 8,97 Prozent per annum bzw. 11,36 Prozent insgesamt entspricht. Weitere Informationen und Anlageprodukte auf Metro gibt es unter www.xmarkets.de.

Discount-Zertifikate auf Metro

WKN Name Brief Cap Laufzeit
DS9BT7 Metro AG Discount-Zertifikat 13,25 EUR 13,50 18.06.2020
DC2Q7F Metro AG Discount-Zertifikat 13,42 EUR 14,00 17.12.2020
DC2JCH Metro AG Discount-Zertifikat 13,82 EUR 15,00 17.12.2020
Stand 14.10.2019 07:58:49 Quelle: Deutsche Bank AG
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