Edelmetalle hoch im Kurs | 22.08.2019

Gold

Gold könnte nachhaltig über 1500 Dollar in Richtung 1600 Dollar steigen und sogar die 2011er-Rekorde bei 1921 Dollar je Unze mittelfristig attackieren. Im Wesentlichen gibt es fünf Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen, und das Schöne an der gegenwärtigen Bewegung ist, dass alle fünf derzeit für einen Kurs­anstieg sprechen. Anleger sollten daher jetzt einen Blick auf die vielfältigen Goldinvestments werfen. Beispielsweise auf ein eins-zu-eins Gold-Zertifikat von X-markets. Daneben könnte auch eines der großen oder kleineren Goldunternehmen als Portfoliobeimischung interessant sein.

Kolumne

Hält der Goldrausch weiter an?

Bis vor kurzem war mir gar nicht richtig bewusst, dass sich die Bezeichnung „Golden State“ für Kalifornien von dem großen kalifornischen Goldrausch der Jahre 1848 bis 1854 herleitet.

Michael Blumenroth
Gold

Alle Welt spricht wieder über Gold. Selbst die Bild-Zeitung titelt „Preise auf Rekordhoch – soll ich mein Gold nun verkaufen?“ „Seitdem Gold die 1400er- und anschließend 1500er-Grenze nach oben durchbrochen hat und das Momentum an Fahrt zunimmt, ist das Interesse an dem Rohstoff und an Unternehmen aus dem Sektor so hoch wie zuletzt vor zehn Jahren. Deutsche Investoren suchen nun verstärkt neben Gold-ETFs und Gold-Zertifikaten nach Einzelinvestments in Gold-Unternehmen als Beimischung für ihre Portfolios“, so der Frankfurter Rohstoffexperte Karl Rheinberger von Rheinberger Invest. Dass der Goldpreis gerade jetzt so deutlich an Fahrt zulegt, kommt nicht von ungefähr, sondern lässt sich an fünf Punkten festmachen: Erstens haben gutsituierte Privat- und institutionelle Anleger Probleme, ihr Vermögen noch renditepositiv anzulegen. Stichwort Negativzinsen: Teilweise ist es so weit gekommen, dass das Anlegen von Bargeld kostet, anstatt Zinsen abwirft. Selbst Staatsanleihen verursachen zeitweise bereits Negativzinsen. Was konkret bedeutet: Wer sein Geld dem Staat ausleiht, muss ihm auch noch Geld dafür geben. Im gleichen Boot sitzen die Banken: Auch diese müssen zwischenzeitlich Zinsen dafür bezahlen, wenn sie Geld bei der Zentralbank „parken“ wollen. In diesen Zeiten werden Alternativen gesucht: Das kann Betongold oder – wie nun verstärkt – auch echtes Gold sein. Punkt 2: Geopolitisch entzünden sich gerade wieder einige Krisen. Teilweise brennen sie auch zwischenzeitlich lichterloh. Der Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert bereits hinter den Kulissen (s. hier). Beide Seiten versuchen nun, den jeweils anderen spürbar zu treffen. Eine Lösung des Problems ist in weite Ferne gerückt. Punkt 3: Angebot und Nachfrage – im vergangenen Jahr 2018 stand mit 4490,2 Tonnen ein höheres Angebot einer Nachfrage mit 4345,1 Tonnen gegenüber. Da die Nachfrage aktuell stärker wächst als das Angebot, wird der Goldmarkt auch von dieser Seite teurer (Hedge Fonds, Zentralbanken inklusive Terminmärkte und Futures sowie ETFs). Punkt 4: Die Verknappung der Angebotsseite bei Gold relativ zur Goldnachfrage führt zu verstärkten M&A-Aktivitäten der fünf größten Minenproduzenten. Die jährliche globale Fördermenge ist in den letzten 18 Jahren zwar angestiegen, dennoch wächst die Nachfrage weitaus stärker. Als Ergebnis führt dies zu einer Konzentration der gelisteten Unternehmen und damit auch zu einer Ausweitung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse, getrieben durch Übernahmefantasien. Punkt 5: Wenn einige oder alle der genannten Faktoren zum Tragen kommen und gleichzeitig die Medien einen solchen Trend noch unterstützen, führt dies zu einer verstärkten Allokation der Vermögen raus aus einer Assetklasse, rein in eine andere. Erkennbar ist diese Reaktion beispielsweise im Anstieg der weltweiten Goldmenge physisch besicherter Gold-ETFs.

Gold-Quanto-Zertifikat
WKN DB0SEX
Name Gold X-pert Zertifikat Quanto
Brief 123,25 EUR
Laufzeit Open End
Stand 22.09.2019 18:35:32 Quelle: Deutsche Bank AG

Diese stieg im ersten Halbjahr 2019 um 127 Tonnen auf 2548 Tonnen. Die Assets under Management dieser speziellen Anlageklasse kletterten dadurch um 15 Prozent auf 115,4 Milliarden Dollar, was dem höchsten monatlichen Anstieg seit 2012 entspricht. Für mehr als die Hälfte (51 Prozent) der globalen Bestandszuwächse war übrigens Nordamerika verantwortlich, dicht gefolgt von Europa mit 47 Prozent. Der übrige kleine Teil verteilt sich auf Asien mit nur 1,7 Prozent und den Rest der Welt mit 0,3 Prozent. Das daraus entstandene Momentum spiegelt sich derzeit beim Gold in den Charts wieder. Wichtige Widerstandspunkte (1400/1500) werden als Folge durchbrochen. Wir haben die seit sechs Jahren andauernde Seitwärtsbewegung 1150–1360 Dollar nun verlassen und uns nicht nur über 1400 Dollar etabliert, sondern die Marke von 1500 Dollar ebenfalls erfolgreich getestet.

Goldangebot und Nachfrage 2018

Notenbanken greifen zu

Während bei den Goldanlage-Investments die nordamerikanischen und europäischen Anleger deutlich in der Überhand waren, sieht es bei den Notenbank-Käufen genau umgekehrt aus: Hier veröffentlichte das World Gold Council Anfang Juli, dass die meisten Käufe im ersten Halbjahr 2019 von Russland und China getätigt wurden. Insgesamt haben seit dem Jahreswechsel die Nettokäufe mit 247,3 Tonnen den vergleichbaren Vorjahreswert um 73 Prozent übertroffen. Zehn Notenbanken heben sich im Jahr 2019 mit der Aufstockung ihrer Goldreserven hervor. Die größten Käufe führten die Zentralbanken von Russland mit über 75 Tonnen, China mit über 60 Tonnen und die Türkei mit circa 50 Tonnen durch. Rund 20 Tonnen oder etwas mehr erwarben Zentralbanken wie Kasachstan und Usbekistan. Der verbleibende Rest ging auf das Konto von Indien, Ecuador, Katar, Kolumbien und Kirgisistan.

Gold-Zertifikat
WKN 722373
Name Gold Open End Partizipations Zertifikat
Brief 137,68 EUR
Laufzeit Open End
Stand 22.09.2019 18:35:32 Quelle: Deutsche Bank AG

Per Zertifikat in Gold investieren

Wer nun überzeugt ist, dass ein Goldinvestment aktuell Sinn macht, dem bieten sich zahlreiche Möglichkeiten an. Natürlich kann bei jeder Bank oder bei jedem Münzhändler physisches Gold erworben werden. Hier fallen aber hohe Kaufkosten an und es stellt sich das Problem der sicheren Verwahrung. Mit einem Zertifikat, wie das mit der WKN DB0SEX von X-markets können Anleger einfach eins zu eins an der künftigen Entwicklung des Goldpreises partizipieren. Das „Zertifikat des Jahres 2009“ besitzt eine eingebaute Absicherung gegen Wertverluste des Dollar. Diese kann interessant sein, da ein steigender Goldpreis oftmals mit einer Abwertung der US-Währung einhergeht. Mithilfe von währungsgesicherten Zertifikaten, wie dem beim damaligen „Die Welt“-Award gekürten Gold-Quanto-Produkt wird dieses Wechselkursrisiko durch die im Zertifikat berechnete Quanto-Gebühr ausgeschaltet. Wer auf die Quanto-Ausstattung verzichten möchte, greift einfach zum nicht währungsabgesicherten Zertifikat mit der WKN 722373.

Goldpreis

Clevere Depot-beimischung

Wer sich ein Depot rund um das edelste aller Metalle aufbauen möchte, könnte sich neben Zertifikaten auch noch bei den Unternehmen aus dem Sektor umschauen. Hier bieten sich drei Kategorien an: a) Produzenten, b) Royalities-Firmen und c) Explorer. Zu den berühmten Produzenten gehören Barrick Gold (s. hier), Newmont Mining oder Anglo Gold Ashanti. Sehr interessant könnte künftig der südafrikanische, 2,8 Milliarden Dollar schwere Gold-Produzent Sibanye-Stillwater werden. Durch seinen aktuellen Kauf des britischen Bergbauunternehmens Lonmin wird Sibanye nebenbei zum größten Platin- und Palladiumproduzenten. Einen überaus großen Hebel auf einen anziehenden Goldpreis haben darüber hinaus so genannte „Mineral Banks“. Es handelt sich dabei um börsennotierte Gesellschaften, die in Zeiten schwacher Edelmetallpreise Projekte mit meist großen Vorkommen zu einem extrem niedrigen Preis kaufen und in besseren Tagen diese wieder mit einem ordentlichen Premium veräußern. Meist erhält das abgebende Unternehmen dabei nicht nur einen fixen Betrag, sondern behält sich gleichzeitig einen bestimmten Prozentsatz an den Projektrechten oder eine so genannte Royality, also eine prozentuale Abgabe der Einnahmen aus dem geförderten Gold. Die kanadische GoldMining Inc. gehört mit über 20 Millionen Unzen zu dieser Kategorie oder auch die Osisko Gold Royalities (siehe Interview Seite 17). Das Unternehmen wirkt – anders als reine Royalities-Gesellschaften – auch als Inkubator bzw. Accelerator für Minengesellschaften in der Explorations- bzw. Entwicklungs-Phase. Ziel ist es, durch die Bereitstellung von Eigenkapital und von Expertise die Entwicklung junger Minenunternehmen deutlich zu beschleunigen und damit schneller in den Genuss der vereinbarten Royalities-Zahlungen zu kommen. Osisko verfügt über eine sehr starke Finanzposition und zahlte bereits in den vergangenen 21 Quartalen Dividenden an seine Aktionäre. Bei den Explorern sollten Anleger auf die Unternehmen aus den aufstrebenden Regionen Greenwood oder dem Golden Triangle achten. Im Schatten des großen Bruders konnte auch Silber in den vergangenen Wochen deutlich zulegen. Hier heißen die größten Produzenten: Fresnillo aus Mexiko, MAG Silver aus Kanada oder KGHM aus Polen. Einen besonderen Blick verdient die kanadische First Majestic, da dieser Silberkonzern mit dem höchsten Umsatzanteil an Silber im Vergleich zur Konkurrenz ist. Das führt dazu, dass der Kurs bei Veränderungen des Basiswerts im Allgemeinen am stärksten reagiert. Aktuell zeigt der Trend des weißen Metalls eine Tendenz nach oben. Das hat bereits dazu geführt, dass sich die Aktie seit Juni im Hausse-Modus befindet. Das Kurspotenzial ist bei anziehenden Silberkursen allerdings bei weitem nicht ausgeschöpft. Sowohl bei Gold als auch bei Silber sind die Ampeln laut den meisten Rohstoffexperten weiterhin auf Grün gestellt. Sollte sich die globale Welt- und Finanzpolitik nicht in den nächsten Wochen sichtbar ändern, könnte die Nachfrage nach Edelmetallen nach deren Meinung weiterhin deutlich ansteigen.

Goldnachfrage 2018

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