Kommentar | 13.12.2019

Nostalgie versus Ausblick

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, liegt ja die 200. Ausgabe des allerbesten Anlegermagazins der Republik vor Ihnen.

Beim Aufräumen meiner heimatlichen Papierbestände fielen mir neulich auch einige historische Ausgaben in die Hände. Wahre Schätze der deutschen Literatur, die den Vergleich mit Werken unseres Literaturkanons wie z.B. dem „Faust“ oder den „Buddenbrooks“ nicht zu scheuen brauchen. Vielleicht sollte man dies den Kultusministerien mal nahelegen. Highlight des Kolumnenschaffens war dabei unter anderem eine Fotosession, bei der die Redaktion vorher Goldimitate aus einem Billigladen besorgt hatte, mich damit behängt hatte wie einen Weihnachtsbaum mit Lametta und dann einige dieser Fotos um die Kolumne herum platziert hatte. Vielleicht haben sich damals einige Kollegen für mich fremdgeschämt (ein Beispiel finden Sie hier). Aber mit gesundem Selbstbewusstsein übersteht man auch so etwas. Was aber wichtiger ist: Meine ersten Schritte im Goldhandel erlebte ich, als der Preis bei ca. 280 Dollar pro Unze stand. Bei der erwähnten Fotosession stand er dann bereits um 400 Dollar/Unze, wenn ich mich recht erinnere. Und heute sind wir bei ungefähr 1500 Dollar/Unze angelangt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass der Goldpreis zwar während der vergangenen 200 X-press-Ausgaben nicht parallel zu Amazon, Apple oder Alphabet anstieg, aber doch ein sehr solides Investment war. Bevor Sie jetzt zum Jahreswechsel die Zukunft des Goldpreises mit Hilfe von Bleigießen, Kaffeesatzlesen oder Flaschendrehen bestimmen möchte, ein kleiner Ausblick unseres Rohstoffanalysten. Dieser sieht den Goldpreis im Jahresdurchschnitt 2020 eher nahe 1600 Dollar/Unze handeln als schwächer. Und für die Jahre danach erwartet er kleine, aber stetige Jahresgewinne für das edelste aller Metalle. Wir wissen natürlich, dass Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind. Aber ich denke, 2020 könnte der Wahlkampf um das Weiße Haus neue Maßstäbe auf der nach unten offenen Niveauskala erreichen. Die Handelskonflikte könnten uns weiter in den Bann ziehen. Und viele Marktbeobachter erwarten einen schwächeren Kurs des Dollar, was tendenziell dem Goldpreis meist hilft. Dies, gepaart mit in 2019 ungelösten (geo)politischen Problemen, könnte Gold antreiben. Und der Tand (Nippes), den ich mir damals umgehängt habe, sollte dadurch auch an Wert gewinnen können. Von 1 Euro auf 1,05 Euro – oder so.

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